Dorf in Kenia von Weltraumschrott getroffen – Suche nach Eigentümer beginnt

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Um die Erde kreist unzähliger Weltraumschrott. Manchmal gelangt er wieder auf die Erde, ohne in der Atmosphäre zu verglühen. (Symbolbild) © IMAGO/Depositphotos

Ein Stück Weltraumschrott landet in Kenia. Die Weltraumbehörde des Landes untersucht nun, wer der Eigentümer ist und für mögliche Schäden haftet.

Mukuku Village – Spätestens nachdem im vergangenen Jahr in Deutschland vor einem Stück Weltraumschrott gewarnt wurde, wissen es viele: Weltraumschrott ist ein wachsendes Problem, denn immer mehr Raketenstarts sorgen dafür, dass die Zahl der ausrangierten und unkontrollierbaren Teile in der Erdumlaufbahn stetig zunimmt. Im schlimmsten Fall kehren diese Teile zur Erde zurück, ohne dabei zu verglühen oder lösen eine Kettenreaktion unter den Schrotteilen – das sogenannte Kessler-Syndrom – aus.

Weltraumschrott in Kenia: „Metallischer Ring“ ist „vom Himmel gefallen“

Ersteres ist Ende 2024 geschehen, wie die kenianische Weltraumbehörde KSA auf der Plattform X berichtet. Demnach schlug am 30. Dezember 2024 ein großes „metallisches Objekt“ in Mukuku Village in Kenia ein. Der „metallische Ring“ habe einen Durchmesser von etwa 2,5 Metern und ein Gewicht von etwa 500 Kilogramm und sei „vom Himmel gefallen“, heißt es in der Mitteilung der Behörde.

Vorläufige Untersuchungen der Weltraumbehörde legen nahe, dass es sich bei dem Objekt um Weltraumschrott handelt, vermutlich um einen Trennring einer Rakete. „Solche Objekte sind eigentlich so gestaltet, dass sie verbrennen, wenn sie wieder in die Erdatmosphäre eintreten oder über unbewohnten Gebieten wie Ozeanen abstürzen“, schreibt die Behörde, die das Objekt direkt am 31. Dezember 2024 am Absturzort untersuchte. Deshalb sind sich die Verantwortlichen auch sicher: Das metallische Objekt stellt „keine unmittelbare Bedrohung der Sicherheit“ dar und es handelt sich um „einen Einzelfall“.

Eigentümer des Weltraumschrotts dürfte für Schäden auf der Erde haften

Die Behörde plant nun, den „metallischen Ring“ genauer zu untersuchen und den Eigentümer des Teils zu ermitteln. Im Bericht der kenianischen Behörde werden keine Schäden oder Verletzungen durch den Weltraumschrott erwähnt. Sollten jedoch solche entstanden sein, ist die Haftungsfrage eindeutig: Gemäß dem Weltraumvertrag der Vereinten Nationen haftet der Staat, der den Satelliten oder die Rakete ins All geschickt hat, für entstandene Schäden.

Im Jahr 2024 starteten mehr als die Hälfte aller orbitalen Raketenstarts in den USA, China liegt mit deutlichem Abstand auf Platz zwei. Wann der in Kenia abgestürzte Weltraumschrott seinen Weg ins All angetreten hat, ist jedoch noch nicht geklärt. (tab)

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