„Die Stadt darf der Bahn nicht alles durchgehen lassen“: Rathaus-Ärger um S-Bahn-Halt Rosenheimer Platz

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Seit Jahren wird an den Aufgängen am Rosenheimer Platz gearbeitet. © Schlaf

Seit Jahren werkelt die Deutsche Bahn an der S-Bahn-Haltestelle Rosenheimer Platz. Jetzt sollen vermutlich dieses Jahr die Zugänge wieder öffnen. Im Rathaus gibt es Zweifel.

München - Verspätungen ist man bei der Deutschen Bahn gewohnt. Und so kommt das Verkehrsunternehmen auch beim Projekt Rosenheimer Platz nicht in die Gänge. 2018 war der frisch sanierte Abgang von der Weißenburger Straße zum S-Bahn-Halt nach neun Monaten Bauzeit wieder eröffnet worden. 2019 begannen die Arbeiten zur Modernisierung der Haltestelle, die Aufgänge Richtung Weißenburger Straße und Balanstraße sind seit Mai 2021 dicht. Ende 2023 sollte eigentlich alles fertig sein, jetzt heißt es Frühjahr 2024. Der endlose Treppenwitz am Rosenheimer Platz.

S-Bahn-Station Rosenheimer Platz - CSU-Chef sauer: „Stadt darf der Bahn nicht alles durchgehen lassen“

Gar nicht zum Lachen findet das die CSU. Die Fraktion bereitet eine Anfrage zu dem Thema vor. „Die Stadt darf der Bahn nicht alles durchgehen lassen“, meint Fraktionschef Manuel Pretzl. Der Aufgang am Rosenheimer Platz sei teuer saniert worden und nun jahrelang dicht. „Fahrgäste und Geschäftsinhaber leiden unter den Folgen. Damals hieß es, der Aufgang solle ein Vorbild für alle neuen Aufgänge werden – heute klingt das fast wie eine Drohung.“

Wie berichtet, modernisiert die DB die Tunnelstationen der Stammstrecke. Ein Bahn-Sprecher erklärt auf Anfrage, dass die Arbeiten auf der Bahnsteigebene am Rosenheimer Platz bereits abgeschlossen seien. „Derzeit läuft die Modernisierung im östlichen Zwischengeschoss. Hierfür wird die Fläche entkernt und saniert. Das umfasst neue Leitungen, Abdichtungen, den Umtausch aller technischen Anlagen, neuer Bodenbelag, neue Fassaden und Abhangdecken. Daneben werden alle Rolltreppen und Aufzüge erneuert. Auch werden die Ladenflächen neu gestaltet.“

S-Bahn-Haltestelle Rosenheimer Platz: Bahn-Sprecher geht davon aus, dass Arbeiten Ende des Jahres fertig sind

Die Verzögerungen seien verschiedenen Einflüssen geschuldet. „So mussten wir nach dem Absprung einer Baufirma Arbeiten neu ausschreiben.“ Zudem komme es in der Baubranche zur Überarbeitung von Zeit- und Terminplänen sowie zu Lieferengpässen bei Materialien, etwa bei Alu-Bauteilen oder Halbleitern. „Die Arbeiten im Zwischengeschoss laufen. Wir gehen davon aus, dass die Zugänge zur Weißenburger und Balanstraße im Laufe des Frühjahrs wieder freigegeben werden können.“ Das Ende der Bauarbeiten am Rosenheimer Platz sei für Ende des Jahres geplant. Wenn sich nicht noch was verzögert.

Nicht nur am Rosenheimer Platz kommen Fahrgäste nur über Umwege zur S-Bahn. Auch die Zugänge in der Kaufingerstraße (Richtung Marienplatz und Stachus) sind gesperrt – und das teils schon (zu) lange, findet die CSU. „An zentralen Orten der Stammstrecke sind Aufgänge nicht oder nur eingeschränkt nutzbar“, sagt Fraktionschef Manuel Pretzl. Dieser Zustand müsse rasch beendet werden. Die Stadtverwaltung soll nun Fragen dazu beantworten.

S-Bahn-Zugänge in der Innenstadt: „Wir möchten wissen, warum die Aufgänge schon so lange dicht sind“

„Wir möchten wissen: Warum sind die Aufgänge schon so lange dicht – und was tut die Stadt, damit sie wieder geöffnet werden? Wenn die Bahn hier trödelt, muss die Stadt mehr Druck machen.“ Fahrgäste wollten schließlich möglichst einfach und ohne größere Umwege an ihr Ziel kommen. „Wenn aber schon der Weg zur Bahn zum Hürdenlauf wird, haben viele keine Lust mehr auf den ÖPNV“, befürchtet CSU-Fraktionschef Pretzl.

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