"Heute öffnet kein Club!" Deutscher Barchef in Crans-Montana spricht Klartext

Nach der Feuerkatastrophe mit Dutzenden Toten in der Bar "Le Constellation" in der Silvesternacht steht der Schweizer Skiort Crans-Montana unter Schock. "Es ist schlimm, was passiert ist. Aber wir halten hier zusammen. Heute Abend öffnet kein Nachtclub und keine Bar im Ort", sagt Felix Hartmann FOCUS online. Der Deutsche betreibt den "New Pub" in der 5000-Einwohner-Gemeinde. "Wir wollen heute nicht feiern. Wenn getanzt wird, finde ich das schwierig."

Jeder kenne hier jeden. Die Trauer sitze tief, so Hartmann. "Auch ich kenne Opfer, einen DJ, einen Türsteher, eine Servicekraft." Etliche Saisonarbeitskräfte, die offenbar unter den Opfern sind, seien im Ort bekannt gewesen und hätten auch bei ihm gearbeitet. 

Tragödie in Crans Montana: "Schlimm ist die Ungewissheit"

Das "Le Constellation" sei vor allem bei jungen Besuchern beliebt gewesen. "Es ist tragisch." Auch im "New Pub" wurde Silvester mit Hunderten Gästen gefeiert. "Wir haben viel später von der Katastrophe erfahren. Sonst hätten wir vielleicht früher unsere Party abgebrochen", so Felix Hartmann. Nachts hätten sie dann immer wieder die vielen Hubschrauber gehört.

Im Gegensatz zu den Nachtbars haben heute einige Restaurants in Crans-Montana geöffnet. "Wir haben offen. Aber ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum", sagt ein Mitarbeiter der Pizzeria "Molina" entrüstet. Die Pizzeria liegt unweit vom "Le Constellation". Die Gäste und er hätten das Feuer gesehen, die vielen Rettungswagen.

"Schlimm ist die Ungewissheit, weil noch so wenig bekannt ist", heißt es von der Brasserie "la Marmotte". Eine Mitarbeiterin sagt: "Für die jungen Opfer, die Eltern und den kleinen Ort ist das einfach eine Tragödie."

Das Feuer war gegen 1.30 Uhr in der Bar ausgebrochen. Augenzeugen berichten, dass mehrere Wunderkerzen, die an einer Sektflasche befestigt waren, die Decke der Bar in Brand gesteckt haben sollen. Danach sei es zu mindestens einer Explosion gekommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aber noch die genaue Unglücksursache. Etwa 100 meist junge Menschen wurden zum Teil erheblich verletzt.