Europäisches Land kürzt 40-Stunden-Woche: „Wird die Produktivität in unserem Land verbessern“

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Während wir in Deutschland die vermeintliche Work-Life-Balance in Frage stellen, kürzt ein europäisches Land die 40-Stunden-Woche.

Madrid – Die Spanier kürzen die 40-Stunden-Woche. Während wir hierzulande über die „Work-Life-Balance“ diskutieren, wird in Spanien eine kürzere Arbeitszeit in der Woche gefordert. Friedrich Merz sagte am 3. Februar während des CDU-Parteitages und der Vorstellung des Sofortprogramms noch, dass sich Deutschland neuen „Wohlstand erarbeiten“ könnte.  „Aber mit einer Vier-Tage-Woche und mit ‚Work-Life-Balance‘ werden wir diesen Wohlstand verlieren.“ Alle müssten jetzt „die Ärmel aufkrempeln“ und anpacken. Deshalb werde die Union auch das bisherige Bürgergeld durch eine neue Grundsicherung ersetzten. „Wer arbeiten kann, der sollte auch arbeiten.“

Spanien führt 37,5-Stunden-Woche ein: „Wird die Produktivität im Land verbessern“

In Spanien hingegen klang die Ankündigung am Tag darauf als Gegenentwurf. Die Regierung hat die Reduzierung der regulären Wochenarbeitszeit von 40 auf 37,5 Stunden beschlossen. Am Dienstag, 4. Februar, verabschiedete das Kabinett in Madrid einen Gesetzesentwurf, der auf einer Vereinbarung mit den beiden größten Gewerkschaften des Landes basiert. Die Arbeitgeberverbände waren nicht beteiligt, da sie nach monatelangen erfolglosen Gesprächen die Verhandlungen abgebrochen hatten. Zudem ist der Regierung eine Mehrheit im Parlament für diesen Vorstoß nicht sicher.

Spanien 40 Stunden Wochen
Arbeitsministerin Yolanda Díaz hat die Kürzung der 40-Stunden-Woche angekündigt. © IMAGO/Carlos Luján

„Die Verkürzung des Arbeitstages wird die Produktivität in unserem Land verbessern“, erklärte die sozialistische Arbeitsministerin Yolanda Díaz zur Begründung. „Es hat keinen Sinn, Stunden über Stunden bei der Arbeit zu verbringen, es geht darum, effizient zu sein.“ Die Arbeitgeber warnen jedoch, dass die kürzere Wochenarbeitszeit die Wirtschaftlichkeit bestimmter Sektoren gefährden könnte.

12 Millionen Beschäftigte profitieren: 37,5-Stunden-Woche ein zentrales Wahlversprechen

Die verkürzte Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich würde fast zwölf Millionen Beschäftigte im Privatsektor betreffen, insbesondere im Handel, in der Gastronomie und in der Landwirtschaft. Im öffentlichen Dienst und in großen Unternehmen gilt bereits die 37,5-Stunden-Woche.

Die Reduzierung der Wochenarbeitszeit ist ein zentrales Wahlversprechen der linken und sozialistischen Parteien in der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Seine Regierung verfügt im Parlament jedoch nicht über eine Mehrheit. Um das Gesetz zu verabschieden, wäre die Zustimmung der baskischen und katalanischen Nationalisten erforderlich, die jedoch als wirtschaftsnaher gelten.

Die Vier-Tage-Woche gilt, wie auch von Merz erwähnt, immer als eifrig diskutiertes Thema. Manche Studien unterstützen eine reduzierte Arbeitszeit, der Wirtschaft, heißt es aber aus ökonomischen Kreisen, schadet das. Auch Wirtschaftsweise sind dagegen. (ank mit AFP)

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