Spurlos verschwunden: Seit sechs Jahren wird Patrick Raven aus Hamm vermisst. Jetzt gibt es womöglich eine Spur - die Ermittler der Polizei sprechen von einem „vagen Hinweis“.
Hamm – Der Durchbruch ist es wohl nicht, eher nur der Hauch von einer Spur. Aber immerhin: Mindestens drei Jahre lang hatte es überhaupt keine Bewegung mehr im Fall von Patrick Raven gegeben. „Es ist kürzlich ein vager Hinweis eingegangen, dem wir aktuell natürlich nachgehen“, sagte Polizeisprecher Hendrik Heine am Mittwoch. Weitere Angaben wurden von der Polizei nicht gemacht.
An diesem Donnerstag vor sechs Jahren, am 14. Dezember 2017, verschwand der damals 37-jährige Hammer von der Bildfläche. In den späten Abendstunden verließ er wohl nach einem Streit mit seiner Freundin die gemeinsam mit ihr bewohnte Wohnung im Hammer Norden. Er wurde nie wieder gesehen, hatte kein großes Gepäck dabei und sein Handy ausgeschaltet, berichtet wa.de.
Das Huawei-Mobiltelefon wurde nie gefunden, ebenso wie irgend etwas anderes, was den Ermittlern hätte weiterhelfen können. Patrick Raven steht nach wie vor auf der Fahndungsliste der Polizei, aber Ansätze, wo man ihn suchen könnte, gibt es keine.
Nach wie vor kann in dem Fall nichts ausgeschlossen werden. Der heute 43-Jährige kann theoretisch untergetaucht, aber auch Opfer eines Tötungsdelikts geworden sein. Auch ein natürlicher Tod oder ein Suizid sind möglich, aber die lange Zeit, in der kein Leichnam gefunden wurde, spricht gegen diese Theorie.
Kurz vor Weihnachten 2017 gaben Angehörige eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf. In den nächsten Wochen und Monaten startete die Polizei mehrere größere Suchaktionen entlang der Lippe. Ohne Erfolg. Auch ein Beitrag in der Sendung „Aktenzeichen XY“ im Jahr 2019 brachte letztlich nichts.
Patrick Raven ist einer von zwei Langzeitvermissten, die bei der Hammer Polizei registriert sind. Eigentlich ist er sogar der einzige, denn der andere Fall liegt bald 41 Jahre zurück und ist mit keinerlei Hoffnung verbunden. Dabei geht es um die Studentin Petra Zimmermann, die am 2. Januar 1983 bei einem Urlaub in Dänemark von einer Welle erfasst und ins eiskalte Meer gespült wurde. Der Freund der 22-jährigen Hammerin, ein junger Mann aus Hildesheim, ertrank beim Versuch, seine Freundin zu retten. Sein Leichnam wurde drei Wochen später, kilometerweit vom Unglücksort entfernt, gefunden. Petra Zimmermanns Körper tauchte nicht wieder auf.
Nur deshalb steht sie auch heute noch in der Fahndungsliste. An ihrem Tod gibt es keinerlei Zweifel. Ihre Todesanzeige stand am 29. Januar 1983 im WA.