Dießener Keramik-Festival mit Bilderbuchstart

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Idyllisch in den renovierten Seeanlagen direkt am Ammersee findet noch bis Sonntag der 22. Dießener Töpfermarkt statt. © Roettig

Bilderbuchstart beim 22. Dießener Töpfermarkt in den frisch sanierten Seeanlagen. Mussten die 165 Aussteller aus 14 Ländern den Aufbau noch bei Regenschauern meistern, herrschte an Christi Himmelfahrt ideales Wetter für einen Ausflug zum größten Keramik-Festival Süddeutschlands an den Ammersee.

Dießen - Die veranstaltende Gemeinde mit Bürgermeisterin Sandra Perzul und Marktleiter Wolfgang Lösche zeigten sich mehr als zufrieden beim nicht enden wollenden Besucherstrom. Erwartet werden bis Sonntag mindestens 50.000 Keramik-Fans.

Traditionell kamen die Ehrengäste mit dem Dampfer „Utting“ von Stegen aus angereist, darunter die Bürgermeister Doris Baumgartl (Landsberg), Alexander Herrmann (Schondorf), Christian Schiller (Herrsching) und Simon Sörgel (Pähl) sowie der Bundestagsabgeordnete Michael Kießling. Schirmherrin war dieses Jahr die in Dießen lebende Schauspielerin Victoria Mayer, bekannt durch 23 Folgen von „Kommissar Stolberg“ und ihre Rollen im „Tatort“ oder in „Soko München“. In ihrem Grußwort verglich Mayer die Organisation des Töpfermarkts mit einem Filmset. Wolfgang Lösche gab ihr nur zum Teil recht. Denn beim Film bestehe der Stab aus vielen Dutzend Machern hinter den Kulissen. Beim Töpfermarkt bewältigen er als freier „Regisseur“ und Angelika Maxerath als gemeindliche „Produktionsleiterin“ die Mammutaufgabe nahezu alleine, allerdings unterstützt vom Bauhof. Im Gegensatz zum Film gebe es auch keinen Star, sondern alle 165 Keramiker seien die „Hauptdarsteller“.

Der mit der längsten Anreise von 5.700 Kilometern war Ilkhom Bobomurodov aus Samarkand in der ehemaligen sowjetischen Teilrepublik Usbekistan. Sie ist bekannt durch ihre zinnglasierte Majolika-Technik auf den leuchten Fließen der Moscheen. Davon präsentierte er kunstvolle Beispiele an seinem Stand, dem Bürgermeisterin und Schirmherrin einen Besuch abstatteten. Wie Wolfgang Lösche anmerkte, habe Bobomurodov seine Waren nach langem Ringen erst einen Tag vor der Markteröffnung aus dem Zoll freibekommen.

Töpfermarkt Dießen 2024 - Töpferwaren aus Usbeskistan
Bewunderung für edle Töpferwaren aus Usbekistan (von links): Wolfgang Lösche, Victoria Mayer, Ilkhom Bobomurodov und Sandra Perzul. © Roettig

Auch ein Besuch am Stand der Keramikerin Romina Ried war für Bürgermeisterin Perzul eine Herzensangelegenheit. Denn die junge Künstlerin hat ihr Handwerk an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein bei Halle gelernt, die seit Jahren in Dießen ausstellt. Dabei hat sich Romina Ried so in die Marktgemeinde verliebt, dass sie ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt an den Ammersee verlegt hat. Als Neubürgerin wurde sie von Sandra Perzul persönlich Willkommen geheißen.

Am Abend des ersten Tages fand im Traidtcasten die Siegerehrung des jährlichen Dießener Karamikpreises statt. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro, wie immer gestiftet von der Brennofenfirma Rohde, ging an die Keramikkünstlerin Susanne Petzold aus Dresden. Sie wurde aus 70 Bewerbungen zum Motto „Groß oder klein – Gegensatz oder Einklang“ von einer unabhängigen Jury ausgewählt.

Der Dießener Töpfermarkt ist noch bis Sonntag bei freiem Eintritt von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Es gibt rustikale und edle Gebrauchskeramik für Haus und Garten sowie Kunstwerke für Sammler.

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