Laut Branchenmagazin: Hofbrauhaus Freising für 1 Euro zu haben

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Freising

Kommentare

Wo führt der Weg des Hofbrauhauses Freising hin? Die Freisinger Traditionsbrauerei steht angeblich für 1 Euro zum Verkauf. Der Geschäftsführer gibt sich bedeckt. © Lehmann

Laut eines Branchenmagazins soll das Hofbrauhaus Freising jetzt für 1 Euro zum Verkauf stehen. Das Angebot hat demzufolge aber einen Haken.

Freising - Wer schon immer Brauereibesitzer werden wollte, der könnte möglicherweise beim Hofbrauhaus Freising zuschlagen: Laut der Fachzeitschrift „inside“ steht die Traditionsbrauerei an der Mainburger Straße für weniger als eine Maß Bier zum Verkauf. Demnach ist sie für den symbolischen Preis von 1 Euro zu haben. Freilich gibt es ein ziemlich dickes Haar in der Suppe: Schulden und Darlehen erwirbt man gleich mit. Von Geschäftsführer Oliver Lentz gibt es dazu auf FT-Nachfrage zumindest kein Dementi.

Bereits vor einigen Wochen hatte das Tagblatt berichtet, dass Inhaber Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach einen Käufer für die Braustätte sucht, in der seit 865 Jahren Gerstensaft gebraut wird. Man suche, so hieß es damals aus dem Mund von Lentz, „einen strategischen Partner“. Denn man sei „als Unternehmen davon überzeugt, dass nachhaltiges Wachstum und langfristiger Erfolg heute mehr denn je durch starke Partnerschaften ermöglicht werden“. Durch ein weiter entwickeltes Geschäftsmodell wolle man neue Märkte erschließen und „Innovationspotenziale ausschöpfen“.

Geschäftsführer dementiert nicht

Doch der Optimismus, dass „das große Interesse, das uns erreicht hat, sowie der positive Verlauf der bisherigen Gespräche uns die Gewissheit gibt, dass wir zeitnah einen geeigneten strategischen Partner für das Hofbrauhaus Freising finden werden“, hat sich wohl nicht bewahrheitet. Denn laut „inside“ stehen die Brauerei, die Immobilien und das 17 000 Quadratmeter große Grundstück für 1 Euro zum Verkauf. Wie das Branchenmagazin weiter berichtet, gebe es aber einen „kleinen Haken“: Investoren müssten dann angeblich vier Millionen Euro Bankverbindlichkeiten ablösen und zudem noch rund drei Millionen Gesellschafterdarlehen. Hinzu komme die noch nicht abgeschlossene Sanierung des denkmalgeschützten Hauses und „ein gigantischer Investitionsstau“, so „inside“. 

Geschäftsführer Lentz dementierte nicht. Die dezidierten Fragen des Freisinger Tagblatts, ob Lentz diese Zahlen und Entwicklungen bestätigen könne, ob die Suche nach einem Investor oder strategischem Partner also erfolglos war, ob der Käufer vier Millionen Euro Bankverbindlichkeiten und drei Millionen Euro Gesellschafterdarlehen ablösen müsste, wie lange dieses Angebot aufrechterhalten werde, ob es Interessenten gebe, und was passiere, wenn sich auch auf diese Weise kein Käufer finde, beantwortet Lentz schriftlich so: „Wie Sie wissen, suchen wir einen strategischen Partner, der nicht nur finanziell investiert, sondern auch unsere Vision teilt. Unser oberstes Ziel ist es, das Hofbrauhaus Freising in der Existenz und Tradition langfristig zu sichern. Angestrebt ist eine Lösung, die nicht nur den Fortbestand des Unternehmens gewährleistet, sondern auch Werteverständnis und kulturelle Bedeutung der Brauerei für die Region bewahrt und weiterentwickelt.“

Hängepartie geht weiter

Noch immer würden Gespräche mit potenziellen Investoren geführt. „In diesem Zusammenhang bitten wir um Verständnis, dass wir aktuell keine Angaben zu einem möglichen Kaufpreis oder internen Zahlen des Unternehmens machen können.“ Immerhin: Lentz rechnet mit einem Abschluss der Gespräche bis zum Ende des vierten Quartals. „Alsdann stellen wir selbstverständlich transparente Informationen zur Verfügung.“ Die Hängepartie geht also weiter.

Auch interessant

Kommentare

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/freising/freising-ort28692/freising-hofbrauhaus-angeblich-fuer-einen-euro-zum-verkauf-93852619.html