Informationsveranstaltung zur Windkraftnutzung des Regionalverbands Donau-Iller in Mindelheim

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Das Thema Windkraft wird aktuell vielerorts behandelt. Kürzlich wurde zu einer Informationsveranstaltung ins Mindelheimer Forum eingeladen. © Breuninger

Der Regionalverband Donau-Iller informierte Kommunen, Verbände und Bürger über die Flächen, die für die Windenergienutzung ausgewiesen werden sollen. Die anschließende Diskussion spiegelte eine positive Grundhaltung im Landkreis wider, aber auch einige Bedenken.

Mindelheim - Der Termin in Mindelheim vergangene Woche war ein Baustein der Beteiligung der Öffentlichkeit beim Thema Windkraftausbau, und rund 250 Interessierte kamen dazu ins Forum. Mitarbeiter des Regionalverbands um Verbandsdirektor Markus Riethe informierten 60 Minuten über die rechtlichen Rahmenbedingungen, das planerische Vorgehen, die aktuellen Gebiete und die nächsten Schritte. Für die Region Donau-Iller, zu der neben dem Unterallgäu vier weitere Landkreise sowie Memmingen und Ulm gehören, wurden Kriterien für Flächen zusammengestellt, wo eine Windenergienutzung nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Auf dieser Grundlage wurde eine Karte der verbleibenden Gebiete erstellt: für das Unterallgäu sind das aktuell rund 2.000 Hektar, die in etwa 2.800 Fußballfeldern entsprechen.

Regionalverband Donau-Iller informiert zu Windkraftnutzung

Anschließend waren die Anwesenden eingeladen, Fragen zu stellen. Bedenken wurden zur Größe der Windräder und Windparks, die das Landschaftsbild verändern, geäußert und zu deren Rückbau. Bezüglich des Natur- und Vogelschutzes verwies Riethe auf Weiterentwicklungen der Anlagen durch Kamera- und Radarsysteme, die vor Vogelkollisionen schützen, und für Anwohner auf Minderung des Schattenwurfs und Schutz vor nächtlichem Blinken durch neue Steuerungssysteme.

Insgesamt wurde eine positive Grundhaltung zum Thema Windenergie deutlich. Mehrfach wurde der Wunsch laut, mehr Windkraftanlagen in der eigenen Kommune ansiedeln zu können, um Bevölkerung und Unternehmen mit erneuerbarer und bezahlbarer Energie zu versorgen. „Die Karte mit den Vorranggebieten entspricht gesetzlichen Vorgaben, sodass der Spielraum klein ist, mehr oder andere Gebiete auszuweisen“, erläuterte Riethe.

Informationsveranstaltung zur Windkraftnutzung in Mindelheimer Forum

Nach gut zwei Stunden beendete Riethe die Veranstaltung. Sein Fazit: „Die Stimmung heute Abend habe ich als sehr positiv erlebt.“ Auch Mindelheims Bürgermeister Dr. Stephan Winter war zufrieden, hätte aber gerne mehr Windkraft für seine Stadt als aktuell möglich: „Ich stelle bei uns im Unterallgäu einen Stimmungsumschwung fest. Die große Betroffenheit nach dem letzten Hochwasser führte zu der Erkenntnis, dass wir unsere Energieerzeugung verändern müssen.“ Der Ausbau der Windenergie sei entscheidend, um die Klimaziele zu erreichen und eine Frage der nationalen Sicherheit, schreibt der Regionalverband Donau-Iller.

Für den Ausbau müssen Flächen in einem vorgegebenen Umfang für die Windkraftnutzung ausgewiesen werden. In Bayern sind das bis Ende 2027 mindestens 1,1 Prozent und bis Ende 2032 mindestens 1,8 Prozent der Landesfläche. Die Ausweisung der Flächen übernimmt für das Unterallgäu der Regionalverband Donau-Iller. Wer sich für das Thema Windenergie interessiert, findet unter rvdi.de alle Informationen.

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