Nun steht auch der zweite Bürgermeisterkandidat in Haimhausen fest. Die Bürgerstimme nominierte Stefan Jänicke-Spicker. Er tritt gegen Josef Heigl von der CSU an. Das bedeutet auch: Feuerwehrkommandant gegen Feuerwehrkommandant.
Haimhausen – Es hatte sich schon länger angedeutet, dass der Haimhausener Bürgermeister Peter Felbermeier zur Kommunalwahl 2026 nicht mehr antreten würde. Damit war auch klar, dass es für die Neubesetzung des wichtigsten Amtes in der Gemeinde mehrere Kandidaten geben würde. Nach Josef Heigl von der CSU (wir berichteten) ist mit Stefan Jänicke-Spicker von der Bürgerstimme der nächste Kandidat fix. Am Mittwochabend wurde er mit Jubelstürmen nominiert.
Die Stimmzettel hätte man eigentlich gar nicht mehr auszählen müssen. Die Mischung aus Jubel und Applaus nach der Rede des nun fixen Bürgermeister gab ein eindeutiges Urteil: Mit 25 Ja-Stimmen und einer Enthaltung nominierte die Bürgerstimme Stefan Jänicke-Spicker offiziell. Wie auch schon der Rückzug von Felbermeier ist diese Kandidatur keine große Überraschung.
Die Feuerwehren Amperpettenbach und Haimhausen drücken die Daumen
Die Besonderheit der bislang feststehenden Kandidaten ist, dass es sich um die Kommandanten der beiden Feuerwehren im Gemeindegebiet handelt. Josef Heigl steht an der Spitze der aktiven Mannschaft der Feuerwehr Amperpettenbach, und Stefan Jänicke-Spicker hat die oberste Verantwortung bei der Feuerwehr Haimhausen. Dort steht der 42-Jährige seit mittlere zwölf Jahren an der Spitze. Für die Feuerwehr Haimhausen ist er quasi ein Glücksfall, weil er Berufsfeuerwehrmann bei der Landeshauptstadt München ist.
„Ich bewerbe mich für die Bürgermeisterkandidatur nicht aus Eitelkeit, sondern aus Überzeugung“, rief Stefan Jänicke-Spicker den Mitgliedern zu. Er hielt eine sehr kurze, aber extrem prägnante Rede vor den Mitgliedern. „Unsere Gemeinde kann mehr“, war die Botschaft des Mannes, der im Ortsteil Amperpettenbach lebt und der seit 2020 dem Gemeinderat angehört. In der Rede war auch ein kräftiger Seitenhieb gegen Noch-Bürgermeister Felbermeier dabei: „Es braucht einen Bürgermeister, der nicht nur verwaltet, sondern gestaltet. Der nicht nur repräsentiert, sondern die Menschen inspiriert. Und der unsere Werte lebt.“
Unsere Gemeinde kann mehr.
Die Bürgerstimme wird ihr detailliertes Wahlprogramm erst noch erarbeiten, aber der verheiratete Vater von drei Kindern gab schon erste Einblicke. Haimhausen brauche ein Gewerbegebiet, um Einnahmen zu generieren, die der finanziell nicht auf Rosen gebetteten Kommune fehlen. Dazu betonte er, dass die Sicherheit vor Ort genauso wichtig sei wie Transparenz bei den politischen Entscheidungen und ein klarer Prioritätenplan, für die Entwicklung der Strukturen.
Der Kandidat machte auch deutlich, dass er den anderen Gruppierungen im Gemeinderat die Hand reichen und eine neue Stimmung erzeugen möchte: „Lasst uns gemeinsam ein starkes Programm erarbeitet – konkret, ehrlich machbar. Lasst uns zeigen, dass Politik nicht an Parteigrenzen scheitert, sondern in den Herzen der Menschen beginnt.“ Die Zustimmung der Bürgerstimme hat Stefan Jänicke-Spicker bekommen und mit dem tosenden Applaus beim ersten Akt den Ton verdammt gut getroffen.