Urlaub in Südtirol, Ausflüge nach Norditalien - immer wieder ist Meran als Touristen-Hochburg beliebt, doch dort droht nun wieder einmal ein Müllproblem.
Meran – Südtirol im Norden von Italien ist für Urlauber schon lange kein Geheimtipp mehr. Jährlich kommen sehr viele Touristen nach Bozen oder Meran, um von dort aus Wandern oder Radfahren zu gehen. Auch zum Entspannen lädt die idyllische Berglandschaft im Land des Stiefels ein. Deshalb gab es in der Vergangenheit von den Einwohnern schon Proteste – wie etwa ein Piefke-Spruchband bei einem Fußballspiel. In Meran wird abermals vor zu großem Müllaufkommen gewarnt.
Italien-Urlaubsort Meran kämpft immer wieder mit Müllproblem – prominentes Negativbeispiel genannt
Problem für die italienische Urlauber-Hochburg ist der nicht sachgerecht entsorgte Müll. Hannes Widmann ist Ortssprecher der Partei Süd-Tiroler Freiheit. Er bemängelt das Problem, dass der Unrat den Weg nicht in die Mülltonne findet, sondern lediglich daneben abgestellt wird. „Das hat zur Folge, dass sich dort vermehrt Ratten aufhalten“, sagt Widmann auf der parteieigenen Homepage. „Meran darf nicht zu einem zweiten Neapel werden“, fügt Widmann an.
Neapel hatte in Vergangenheit immer wieder immense Müllprobleme und die Bilder von Müllbergen gingen durch die Presse. Italien wurde zudem vom Europäischen Gerichtshof zu einer Millionenstrafe verdonnert, weil sich das Land nicht an die EU-Richtlinien gehalten hatte.
Müllproblem in Meran nicht neu – ehemaliger Stadtwerke-Präsident beklagte sich schon mehrfach
Die Süd-Tiroler Freiheit hat vier Abgeordnete im Landtag und beschreibt sich selbst als Partei für „Freiheit, Selbstbestimmung und Sicherheit“. Ziel der Partei ist ein unabhängiges Südtirol, um auf die spezielle Trennung der Teile Tirols hinzuweisen, nutzt die Partei den Bindestrich. Kontrovers diskutiert wurden in der Vergangenheit die Wahlplakate gegen kriminelle Ausländer.
Schon 2023 berichtete unter anderem Südtirol News von „370 Müllsündern in nur sechs Monaten“ in Meran. Bei der illegalen Entsorgung gab es im Vergleich zu Vorjahreszeitraum einen Anstieg. Der mittlerweile ehemalige Präsident der Stadtwerke von Meran, Hans Werner Wickertsheim, sagte stol.it, dass der „illegale Müll jährlich 350.000 Euro“ kostet. Schon im Dezember 2020 beklagte Wickertsheim bei der Neuen Tiroler Tageszeitung das „Abfallproblem“ in der Kurstadt. „Seit 2018 hat sich das Stadtbild sukzessive verschlimmert“, so Wickertsheim damals, der dafür der steigenden Einwohnerzahl sowie dem wachsenden Tourismus bei gleichbleibenden Ressourcen die Schuld gibt.
Vizebürgermeisterin kündigte „WasteWatcher“ an: „Sie werden denjenigen auf die Spuren kommen“
Ende April 2024 kündigte die Gemeinde Meran im Namen von Vizebürgermeisterin und Umweltstadträtin Katharina Zeller an, dass die „WasteWatchers“ kommen. „Sie werden dann denjenigen auf die Spur kommen, die den Kot ihrer Hunde nicht beseitigen oder Zigarettenstummel, Verpackungsmaterial oder Dosen auf den Boden werfen, aber auch denjenigen, die Stadtmöbel wie Bänke oder Spielgeräte in öffentlichen Parks verschmutzen oder beschädigen“, sagt Zeller von der Südtiroler Volkspartei dem Müll den Kampf an.
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Ob eine Rattenplage droht, wie es die Süd-Tiroler Freiheit propagiert, und mit Fotos versucht, Panik zu verbreiten, steht noch in den Sternen. Fakt ist, dass Meran wie auch Südtirol auch im laufenden Jahr 2024 wieder zu einem beliebten Ferienziel für Touristen und Urlauber werden und sich somit auch wieder Müll anhäufen wird. Für Touristen gibt es in Südtirol jetzt neue Regeln, die für fast alle Urlauber gelten. (ank)