Der Termin steht: Am 21. November eröffnet der Supermarkt in Berglern. Es ist, wie Bürgermeister Anton Scherer immer gewitzelt hat, ein Donnerstag. Kommenden Donnerstag aber ist erst mal die Übergabe an Rewe. Info gab es nun bei einem Pressetermin am vergangenen – natürlich – Donnerstag.
Berglern – Georg Scharl als Eigentümer hat seine Baustelle vorfristig abschließen können. Projektleiter Christian Brunner betonte nämlich, dass in den ersten Ablaufplänen die Übergabe erst für den kommenden Januar oder Februar geplant gewesen sei. „Juli 23 bis Oktober 24, das ist turboschnell.“ Am kommenden Freitag können die Berglerner dann was erleben: „Da kommen 50 Sattelzüge, die bringen die Ladeneinrichtung.“ Das wird eine logistische Herausforderung, denn es wird nach einem vorher festgelegten Muster eingeräumt. Aber der Projektleiter ist zuversichtlich: „Die können das, die machen das ja nicht zum ersten Mal.“
In den nächsten Schritten müssen die mehr als armdicken Kabelbündel, die noch aus dem Boden ragen oder von der Decke baumeln, angeschlossen werden, beispielsweise im Kassenbereich, den man sich bei dem Rundgang am Donnerstag nur mit einiger Erfahrung schon vorstellen konnte in dem ansonsten noch kahlen, riesigen Gebäude. Die deckenhoch geflieste Wand in einem Teilbereich wurde bereits endgereinigt. Dorthin kommt unter anderem die Metzgereiabteilung.
Es gab noch spannende Zahlen an die Hand: 1630 Quadratmeter Verkaufsfläche, das ist eine ganz andere Größenordnung als der zunächst angedachte Discounter. 190 Quadratmeter kommen noch einmal für die Apotheke hinzu, dazu kommen noch die Bankdienstleistungen, die jetzt wieder in Berglern verfügbar sein werden. Rund 100 Parkplätze stehen vor dem Markt zur Verfügung, darunter in der Endausbaustufe 22 für E-Fahrzeuge, die dann auch schnellladefähig sein werden mit 300 Kilowatt Anschlussleistung.
Der Gemeinderat wollte platzsparend und mehrgeschossig bauen. Das ist geschehen: Das Boardinghaus im ersten Stock wird 60 Menschen Platz bieten, die Autos kommen in die Tiefgarage. Mieter ist hier Rewe Logistik und wird auf diese Weise die Möglichkeit haben, Mitarbeitern des Lebensmittelriesen, sei es in Berglern, sei es in Eitting, eine Unterkunft zu bieten.
Das Konzept ist völlig neu und die Antwort von Rewe auf den Mangel an Wohnraum. Im Mai soll das Boardinghaus bezugsfertig sein. Das gesamte Gebäude ist zertifiziert schadstofffrei. Scharl sagte, er lege Wert auf eine nachhaltige Bauweise und setze sich damit von den schnell hochgezogenen eingeschossigen Bauten ab. Der Projektleiter findet: „Wir müssen einfach mehr auf die Gesamtkosten während der Lebensdauer eines solchen Gebäudes schauen. Dann rechnet sich das, auch wenn es jetzt erst mal natürlich teurer wird.“
Dazu passt die imposante Gebäudetechnik: Drei Technikräume gibt es, und wie viele Kilometer Leitungen hier verlegt worden sind, das konnte auch der Bauleiter nicht einmal ansatzweise schätzen. „Es sind viele, glauben Sie mir!“