AWA zieht es auf grüne Wiese

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Die AWA haben das rot umrandete Grundstück an der Heinestraße im Gewerbegebiet von der Asto-Gruppe erworben. Auf 5300 Quadratmeter soll der neue Betriebshof entstehen. © AWA

Die Erweiterungspläne der Ammerseer Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA) am Mitterweg in Herrsching sind Makulatur. Das Kommunalunternehmen zieht stattdessen um – ins Gewerbegebiet.

Nachdem die Firma Heine Optotechnik als größter Arbeitgeber der Gemeinde Herrsching angekündigt hatte, Firmensitz und Fertigung nach Gilching zu verlegen, war die Freude groß, als sich die Gilchinger Asto-Gruppe die Grundstücke im Gewerbegebiet sicherte und Pläne für einen grünen Campus vorlegte. Bis zu 500 neue Arbeitsplätze standen 2019 in Aussicht. Corona und die Planung eines neuen Krankenhauses gleich nebenan warfen die Pläne aber nicht nur einmal über den Haufen. Die Asto-Gruppe hält zwar weiter an Herrsching fest, hat sich nun aber von einem der drei Grundstücke im Gewerbegebiet getrennt. Neuer Eigentümer sind die Ammerseer Wasser- und Abwasserbetriebe (AWA). Vorstand Maximilian Bleimaier bestätigt, dass ein Umzug von der Ortsmitte an die Heinestraße ansteht.

Dass die AWA auf ihrem Betriebsgelände am Mitterweg an ihre Grenzen stößt, ist bekannt. Vor einem Jahr hatte Bleimaier dem Herrschinger Bauausschuss Erweiterungspläne auf dem 3500 Quadratmeter großen Gelände vorgelegt. Diese hätten aber nur mit dem Bau einer Tiefgarage im laufenden Betrieb funktioniert. „Da kann man eigentlich gleich neu bauen“, dachte sich Bleimaier. Fast täglich sei er an der freien, 5300 Quadratmeter großen, unbebauten Fläche zwischen Heinestraße und Mitterweg entlang gegangen. Schließlich habe er Bürgermeister Christian Schiller darauf angesprochen. Schiller, zugleich AWA-Verwaltungsratsvorsitzender, stellte den Kontakt zur Asto-Gruppe her.

Deren Geschäftsführer Dr. Bernd Schulte-Middelich schwärmt nach wie vor von dem Konzept eines grünen Campus für Technologie, das 2019 in Herrsching vorgestellt worden war. Der genehmigte Bauantrag für ein mehrgeschossiges Gebäude lag vor. Dann kam Corona. Zeitlich zurückgeworfen wurde die Asto-Gruppe mit der Planung eines Kreisklinikums gleich nebenan. „So ein Klinikum hat gewisse Infrastrukturen“, erzählt Schulte-Middelich im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Die Technologie-Idee sei zugunsten einer Entwicklung im Umfeld eines Krankenhauses über den Haufen geworfen worden.

„Wir hatten uns ein schönes Konzept ausgedacht“, so Schulte-Middelich. Die Pläne seien weit vorangeschritten gewesen, als die Krankenhausreform auch diese Entwicklung ausbremste. „Wir haben eine Zeitlang versucht, zu retten, was zu retten ist, zurück zum Fokus Technologie“, aber derzeit stünden die Planungen für einen grünen Campus still, gesteht der Asto-Geschäftsführer. „Wir haben jede Menge interessierter Firmen, die aber abwarten.“ Das sei sowohl der politischen als auch der wirtschaftlichen Situation geschuldet. Die Anfrage der AWA kam insofern vermutlich zum rechten Zeitpunkt. Asto und AWA wurden sich schon im Dezember einig.

„Für die Gemeinde und für die AWA ist das eine sehr gute Lösung“, findet Christian Schiller. „Man kann jetzt in Ruhe bauen und dann komplett umziehen. Alles andere hätte zu einem großen Chaos geführt“, sagt er. Der Gemeinderat sei im Januar informiert worden. Aus den Reihen der Mandatsträger sei die Bitte laut geworden, das bestehende Verwaltungsgebäude zu behalten und in Mitarbeiterwohnungen umzufunktionieren. Wie berichtet, war in den Erweiterungsplänen am Mitterweg vorgesehen, fünf Betriebswohnungen zu bauen. Im Gewerbegebiet ist möglicherweise maximal eine Betriebswohnung realisierbar.

„Der Verwaltungsrat hat diesen Wunsch aber abgelehnt“, erklärt Schiller. „Der Verkauf der gesamten Fläche des bestehenden Betriebshofes mit Verwaltungsgebäude wird zur Refinanzierung des Neubaus gebraucht.“ Auch Bleimaier ist der Meinung, dass ein solcher Umbau zu teuer würde.

Die AWA beschäftigt aktuell 51 Mitarbeiter. Auf der neuen Fläche an der Heinestraße sollen ein Verwaltungsgebäude entstehen, ein Betriebshof mit Garagen und Werkstätten sowie eine Halle, die mit Schwerlastverkehr anzufahren ist, um dort Rohre und dergleichen lagern zu können. „Die Wohnungen, die am Mitterweg geplant waren, fallen weg“, so Bleimaier. Zulässig sei im Gewerbegebiet eine Betriebsleiterwohnung, vielleicht eine weitere für den Stellvertreter. Wegen des aufwändigen europaweiten Ausschreibungsverfahrens rechnet Bleimaier mit einem Baubeginn bestenfalls im Frühjahr oder Sommer 2026.

Für die Gemeinde und für die AWA ist das eine sehr gute Lösung.

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