Bittere Windkraft-Pleite: Energiewende-Pionier insolvent – drei brisante Gründe enthüllt

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288 Beschäftigte arbeiten derzeit noch beim Windkraftanlagen-Hersteller Eno Energy aus Rostock und sind damit von der Insolvenz betroffen. (Archivfoto) © Jens Büttner/dpa

Obwohl die Energiewende so bedeutend für die Zukunft ist, schlittert ein Windkraftanlagen-Hersteller nun in die Insolvenz. Die Firma sieht drei Gründe.

Rostock – Die Energiewende ist in vollem Gang, inzwischen können erneuerbare Energien mehr als die Hälfte des deutschen Strombedarfs decken. Die positive Entwicklung täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass die beteiligten Unternehmen durchaus mit den Problemen der deutschen Wirtschaft insgesamt zu kämpfen haben. Bereits vor zwei Jahren hatte es eine Pleite-Welle unter den Windanlagen-Bauern gegeben. Das dritte Jahr der Stagnation zeigt nach wie vor Folgen – mit den Konsequenzen bis hin zur Insolvenz.

Nun hat es mit der Eno Energy GmbH auch ein Windkraftunternehmen getroffen, das nach eigenen Angaben einen ordentlichen Beitrag zur Energiewende geleistet hat. Eno Energy entwickelt und baut Windparks und verkauft diese anschließend an Investoren. Auch die Wartung der Anlagen gehört zum Geschäft. Wie das Unternehmen erklärt, seien durch die gebauten Anlagen rund 3,3 Millionen Tonnen CO₂ eingespart worden.

Windpark-Entwickler Eno Energy insolvent: Firma sieht drei Gründe

Nun musste Eno Energy den Schritt in die Insolvenz gehen, wie zuerst der NDR berichtete. Am Dienstag, 7. Oktober, bestimmte das Amtsgericht Rostock den Rechtsanwalt Christoph Morgen zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Eno Energy selbst sieht drei Ursachen für die Insolvenz. Es seien viele Windparkprojekte genehmigt worden. Zu hohe Ausgaben seien die Folge gewesen, erklärte Unternehmenssprecher Patrick Rudolf dem NDR. Dazu gebe es ein großes Angebot für Windparkprojekte, was die Nachfrage bei Eno Energy senken würde. Der letzte Grund ist, dass ein Lieferant der Rotorblätter seinen Liefervertrag gekündigt habe, die Windkraftanlagen seien jedoch nur mit diesen Blättern zertifiziert.

Eno Energy glaubt trotz Insolvenz zuversichtlich – Weiterbetrieb soll möglich sein

Das Unternehmen sei jedoch zuversichtlich, dass der Firmenbetrieb zumindest teilweise weitergehen könne, erklärte Firmensprecher Rudolf dem NDR. Das sei beispielsweise beim Servicebetrieb der Fall.

Eno Energy ist 1999 gegründet worden. Derzeit beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 280 Mitarbeiter. An den Standorten in Rostock und Rerik produziert das Unternehmen Onshore-Windenergieanlagen. Dazu gibt es Tochterunternehmen in Schweden und Frankreich.