In dem Jahr, als Rosa Gieselbrecht zur Welt kam, wurde Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt, die erste Rolltreppe in Deutschland in Betrieb genommen und F. Scott Fitzgeralds Roman "Der große Gatsby" veröffentlicht. Die Rede ist vom Jahr 1925 – ein Geburtsjahr, das die gebürtige Lindauerin zur Zeugin zahlreicher einschneidender Momenten in der deutschen Geschichte machte.
Vor wenigen Tagen hat Gieselbrecht nun ihren 100. Geburtstag gefeiert. Im Rahmen eines feierlichen Empfangs zu ihren Ehren hat sie ihre tägliche Routine verraten.
100-jährige Lindauerin verrät, was sie jeden Tag macht, um fit zu bleiben
Schon morgens übt sich die 100-Jährige laut "Schwäbischer Zeitung" in Selbstdisziplin. Nach dem Aufstehen bringt sie sich mit Gymnastik und Fußübungen in Schwung. Dann richtet sie sich für den Tag her und legt sich noch einmal kurz ins Bett. Anschließend steht das Frühstück an, das die gelernte Damenschneiderin selbst zubereitet. Währenddessen hört sie Radio, um sich über das Weltgeschehen zu informieren.
Auch um das Mittagessen kümmert sich Gieselbrecht noch selbst, obwohl sie Unterstützung im Alltag erhält. Das Schneiden von Gemüse fällt ihr allerdings inzwischen schwerer. "Was bei den Fernsehfritzen zack zack geht, dauert bei mir viel länger", berichtet sie laut der Zeitung. Zudem lassen langsam Seh- und Hörkraft nach, doch davon lässt sich die Seniorin nicht unterkriegen.
Täglich Gymnastik und kleine Spaziergänge
Um sich fit zu halten, versucht die Jubilarin neben der morgendlichen Gymnastik jeden Tag mindestens 1000 Schritte zu gehen – entweder auf dem Balkon oder beim Spaziergang durch Schönau. Aufgrund von gelegentlichen Armschmerzen macht sie auch leichtes Armtraining, um ihre Gliedmaßen wieder zu stärken.
Obwohl ihr Ehemann und ihre engsten Freundinnen, die sie im Alter von 18 Jahren kennenlernte, als sie als Flugzeugmechanikerin zur Wehrmacht eingezogen wurden, schon vor Jahren starben, ist Gieselbrecht nicht allein: Sie lebt mit ihrem Sohn Gerhard und dessen Frau im selben Haus.
Beide sehen bei der Seniorin nach dem Rechten – und bekommen im Obergeschoss auch die eine oder andere Konzertübertragung im Radio mit, erzählt Gerhard der Zeitung lachend.
"Ich will kein Pflegefall werden, lieber mich selbst noch eine Weile haben"
Auf die Frage nach ihren Wünschen für die nächsten Jahre gibt sich Gieselbrecht realistisch: "Das ist großspurig, jetzt noch von Jahren zu sprechen. Ich will kein Pflegefall werden, lieber mich selbst noch eine Weile haben", sagt die 100-Jährige.