Mit der S-Bahn nach Aschheim: Pläne für neue Strecke und eigenen Bahnhof

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Eine S-Bahn könnte künftig von Riem nach Aschheim verkehren - und vielleicht noch weiter Richtung Osten. (Symbolbild) © Sven Hoppe

Neuer Bahnhof und neue Strecke: Nach Aschheim könnte künftig eine S-Bahn fahren. Die Pläne für den Landkreis-Osten sind im Ausbau-Programm der Staatsregierung enthalten.

Aschheim – Bekommt Aschheim einen eigenen S-Bahnhof? Der neue Halt samt neuer Linienführung und der durchgängige viergleisige Ausbau des Schienennetzes vom Ostbahnhof bis Markt Schwaben sind im Programm „Bahnausbau Region München“ enthalten. Die Maßnahmen sollen nun weiterverfolgt werden.

Das Bayerische Bau- und Verkehrsministerium und die Deutsche Bahn veröffentlichten in dem Ausbau-Programm neben Maßnahmen, die geplant, umgesetzt oder in Betrieb sind, auch sogenannte U-Maßnahmen. Deren Aufnahme ins Programm wurde geprüft. „U20“ dürfte vor allem die Aschheimer besonders freuen: Dahinter verbirgt sich der Neubau der S-Bahnstrecke Riem-Messe-Aschheim-Kirchheim-Pliening. Für diese Strecke wurden mehrere Linienführungen geprüft. Als beste Variante zeichnete sich dabei eine halbstündig getaktete Verlängerung einer in Riem endenden S-Bahn nach Aschheim ab – mit einer optionalen Weiterführung nach Kirchheim und in den Kreis Ebersberg.

„Gravierende Verbesserung“

Diese Abzweigung sei nun zwar nicht gänzlich neu, erklärt Landtagsabgeordneter Maximilian Böltl (CSU) auf Merkur-Anfrage. Er sei aber positiv überrascht, dass sie im Programm enthalten ist. Die weitere Achse wäre eine „gravierende Verbesserung“ der Anbindung von Aschheim, so Böltl, „für die erfreulicherweise auch noch ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) ermittelt wurde“. Ein wichtiges Kriterium für die Förderung. Das Gutachten schätzt die Kosten für die eingleisige Neubaustrecke samt S-Bahnstation in Aschheim auf rund 75 Millionen Euro. Gut investiertes Geld offenbar: So rechnen die Gutachter mit 1820 zusätzlichen Personenfahrten pro Tag auf der Strecke und 3200 Ein- und Ausstiegen in Aschheim. Kosten und Nutzen gegenübergestellt, ergibt sich ein Verhältnis von 1,4. Sprich: Der Bau rentiert sich – und wäre förderfähig. „Selbst bei einer Verlängerung nach Kirchheim ist dieser Wert immer noch positiv“, so Böltl.

Ebenso positiv sieht er, dass der vierspurige Ausbau der bestehenden Strecke zwischen Riem und Markt Schwaben wieder auflebt. Bislang war nur ein Ausbau bis zum Ostbahnhof und dann wieder ab Markt Schwaben geplant. Böltl drängte als Sprecher des S-Bahn-Bündnisses Ost, das 2015 von den Gemeinden Aschheim, Kirchheim, Poing und Markt Schwaben sowie den Landkreisen München, Ebersberg und Erding gegründet wurde, stets darauf, die komplette Strecke vierspurig auszubauen. Er mahnte vor einem „Flaschenhals“ zwischen München-Ost und Markt Schwaben. Bei diesem Projekt, das laut Grobkostenschätzung bei 667 Millionen Euro liegt, sieht es mit einem NKV von 0,92 zwar nicht so gut aus. Das Gutachten bescheinigt jedoch, dass trotz „nicht auskömmlichen Nutzens die Maßnahme weiterverfolgt werden sollte.“

Böltl ist sich bewusst, dass man hier nicht von einer Realisierung in den kommenden drei Jahren sprechen könne, aber „es zeigt sich, dass es sich lohnt, auch dicke Bretter zu bohren“. Jetzt gehe es an die Detailfragen: Wie wird die Maßnahme umgesetzt? Wer trägt das Projekt? Wer plant es? „Alles ist noch offen“, sagt Böltl. Der wirtschaftliche Motor der Region München könne nur durch eine funktionierende Infrastruktur erhalten werden, „daher sind diese Maßnahmen für uns ein sehr wichtiger Aufschlag.“

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