Die Gilchinger Vereine erhalten meist die Vorjahressummen.
Gilching - 30 Zuschussanträge haben Vereine 2025 in Gilching eingereicht, zwei Anträge kamen zu spät. Insgesamt summierten sich die Anfragen für 2026 auf 924 681,27 Euro. Im Rahmen eines Haushaltsworkshops im November jedoch setzten die Gemeinderäte den Rotstift an. In der Sitzung am Montag diskutierte der Ausschuss für Finanzen und Personal das Thema. Mit dem Ergebnis, dass 2026 in Summe 866 514,94 Euro ausgezahlt werden sollen, so die Empfehlung. Das sind immer noch mehr als 2025: Da nahm die Kommune 852 898,75 Euro in die Hand.
„Ich weiß, dass alle eine tolle Arbeit leisten“, sagte Bürgermeister Manfred Walter. Dennoch handele es sich um eine freiwillige Leistung der Kommune. In Summe entschied sich das Gremium auch für die Auszahlung der Vorjahrssummen. In wenigen Ausnahmen stieg der Betrag vertragsbedingt, wie bei der Musikschule zum Beispiel, die mit 34 5928 Euro 17 928 Euro mehr erhält als 2025. Der VdK versäumte die Antragsfrist und ging leer aus, er hatte im Vorjahr 500 Euro erhalten. Beim DAV blieb es bei der Vorjahressumme in Höhe von 1494,95 Euro für die Übungsleiterstunden der DAV-Gruppe Gilching. Die DAV-Sektion München hatte zusätzlich noch 2500 Euro beantragt, die gibt es nicht.
Wegen Personalkosten steigt der Zuschuss für die Familieninsel beispielsweise um 5000 Euro auf 40 000 Euro. Beim Verein Frauen helfen Frauen bleibt es bei 1750 Euro, sie hatten 2000 Euro beantragt. Weniger als im Vorjahr wollte der Verein Guichinger Brauchtum. 2000 Euro gab es 2025, 1500 Euro beantragte er für 2026 und die bekommt er auch.
Rosmarie Brosig (BfG) war nicht einverstanden damit, dass weder Blaskapelle noch Spielmannszug ihre höheren Zuschussanfragen gebilligt wurden. Beide erhielten die Summen aus dem Vorjahr, hatten sich jedoch Unterstützung für ihre Reisen in die Partnerstadt Cecina gewünscht. „Ja, das ist Urlaub, aber sie opfern auch ihre Freizeit für die Partnerschaft“, argumentierte sie. „Das ist kein Problem in fetten Jahren“, antwortete Walter, „aber heute haben wir Zwänge und müssen Abstriche machen.“ Peter Unger (Grüne) wandte ein, dass der VdK kein Formular bekommen habe, und auch für Frauen helfen Frauen sollte die gewünschte Summe ausgezahlt werden. Martin Pilgram (Grüne) hätte gerne dem Verein Ausgepfuscht mehr ausgezahlt, dieser hatte 19 988,80 Euro beantragt, erhält jedoch 4972 Euro wie im Vorjahr. Bei der Zeitreise Gilching wäre Pilgram lieber auf dem Niveau vom Vorjahr geblieben mit 37 000 Euro, der Verein erhält heuer 5000 Euro mehr, was immer noch weniger ist als die beantragte Summe von 47 170,92 Euro.
„Die Zuschüsse sind nur ein kleiner Teil unserer freiwilligen Leistungen“, erklärte Walter schließlich. In Summe zahle die Gemeinde 8 Millionen Euro, beispielsweise für die Kinderbetreuung. Christian Winklmeier (SPD) wünschte sich von der Verwaltung, bei den Formularen strenger zu sein und das Vermögen der Vereine zu hinterfragen. Für die VHS forderte er ein „faires Vertragskonstrukt“ mit den Gemeinden Weßling und Wörthsee. Matthias Vilsmayer (FW) bat um eine Auflistung der 8 Millionen Euro. „Wir werden in Zukunft auch diese Zahlen durchleuchten müssen“, sagte er.
Am Ende stimmte die Mehrheit gegen die Zusatzanträge von Pilgram und Unger, aber für die von der Verwaltung vorgelegte Liste. „Das ist das Schwierigste am ganzen Haushalt“, sagte Walter schließlich.