Wenn zwei beliebte TV-Ermittler aufeinandertreffen, erwarten Fans meist spannende Einblicke in Dreharbeiten und Seriengeheimnisse. In der NDR-Talkshow „DAS!“ überraschten Sven Martinek, der mal mit einer Dschungelcamp-Gewinnerin liiert war, und Ingo Naujoks jedoch mit weit mehr als nur Anekdoten vom Set: Offen, ehrlich und persönlich erzählte Martinek von seinem bewegten Leben, seiner Vergangenheit mit Alkohol und Drogen und dem entscheidenden Moment, der alles veränderte.
14 Jahre gemeinsam bei „Morden im Norden“ – und eine tiefe Freundschaft
Seit 2006 spielen Martinek und Naujoks das Ermittler-Duo Lars Englen und Finn Kiesewetter in „Morden im Norden“. Im Gespräch mit Moderator Hinnerk Baumgarten zeigte sich schnell, dass ihre Verbindung weit über die Arbeit hinausgeht. Martinek: „Wir arbeiten jetzt seit 14 Jahren zusammen. Das Tolle ist, dass es bei uns überhaupt keine Eifersucht oder Neid gibt – wir ergänzen uns einfach super.“
Naujoks betonte: Die Tür stehe füreinander immer offen, man verbringe zwar nicht jede freie Minute gemeinsam, habe aber „tolle Gespräche“ und eine tiefe Verbundenheit.
Sven Martinek über Drogen- und Alkoholvergangenheit: „Ich war heftig unterwegs“
Dann wurde es ernst. Martinek sprach sehr offen über seine Alkohol- und Drogenvergangenheit, die ihn über Jahre begleitet hatte. „Ich war schon heftig unterwegs. Was Alkohol und Drogen und all diese ganzen Sachen anging“, gestand er. Vor etwa sechs Jahren erkannte er, dass es so nicht weitergehen könne: „Wenn ich so weitermache, bin ich irgendwann nicht mehr da oder liege in irgendeiner Klinik. Ab jetzt gibt’s einen Cut, ab jetzt muss ich mein Leben verändern und bewusst leben, verantwortungsvoll leben.“
„Morden im Norden“-Star plädiert auf Ehrlichkeit
Ein besonders mutiger Schritt war Martineks Offenheit gegenüber seinen Kindern. Zuvor hatte er aus Angst den Kontakt gemieden, doch dann schrieb er allen ehrlich Briefe über seine Vergangenheit. „Je ehrlicher man ist, desto mehr offene Arme bekommt man“, sagte er bewegt. Die positive Reaktion seiner Familie bestätigte ihn darin, dass die Wahrheit, so schwer sie auch sein mag, immer der richtige Weg ist. 16 Jahre lang hatte er auch mit seiner Tochter Esther Sedlaczek keinen Kontakt.
Ingo Naujoks, der die Transformation aus nächster Nähe miterlebt hat, zeigte sich tief beeindruckt: „Ich war mega stolz auf den Mann an meiner Seite. Es hat mir gezeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn man sie wirklich will.“
Heute engagiert sich Martinek gemeinsam mit seiner Partnerin im Coaching, um anderen Menschen zu helfen. „Es gibt noch so viel zu lernen“, erklärte er. Früher sei er vor Verantwortung geflohen – heute steht er offen, ehrlich und reflektiert in seinem Leben. Doch die Fehler, die er als Vater gemacht hat, lassen Sven Martinek bis heute nicht los.