Ein Polizist des Rauschgiftkommissariats im Polizeipräsidium Südosthessen ist festgenommen worden. Er soll Dealern tonnenschwere Lieferungen ermöglicht haben.
Offenbach – Ein Beamter in Leitungsposition des Rauschgiftkommissariats im Polizeipräsidiums Südosthessen hat offenbar jahrelang Tipps an Drogenhändler gegeben, damit diese ungestört tonnenweise Cannabis an den Polizeikontrollen vorbei schmuggeln konnten.
Bereits am Donnerstag sind die Wohnräume des 43-jährigen Kriminalhauptkommissars im Main-Kinzig-Kreis und sein Büro im Rauschgiftkommissariat in Offenbach durchsucht worden. Der Mann selbst sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Geheimnisverrat und Steuerhinterziehung.
Korrupter Kommissar in Offenbach war bis zum Schluss ahnungslos
Der bis zum Schluss ahnungslose Beamte war nach Informationen der Offenbach Post bereits 2021 ins Visier des Hessischen Landeskriminalamts geraten. Damals stießen die Ermittler beim Durchforsten eines Kryptohandys aus Frankreich wohl auf einen ersten Anfangsverdacht. Oberstaatsanwalt Robert Hartmann bestätigt: „Damals fand man nur Hinweise, die aber noch nicht sonderlich konkret waren.“
Entsprechende Ermittlungen seien seitdem im Hintergrund gelaufen, während der mutmaßlich kriminelle Hauptkommissar weiter seiner Arbeit im Rauschgiftkommissariat nachging. Man habe seine Arbeit allerdings im Blick gehabt, um keine weitere Straftaten zu ermöglichen, heißt es unterdessen aus Polizeikreisen.
Entscheidender Hinweis gegen Kriminalkommissar kam von Drogenhändler selbst
Die Taten, bei denen der Beamte den Kriminellen maßgebliche Tipps gegeben haben soll, gehen laut dem Oberstaatsanwalt zurück auf die Zeit zwischen November 2019 und Juni 2022. Dadurch seien Cannabis-Lieferungen im unteren einstelligen Tonnenbereich ermöglicht worden, sind sich die Ermittler sicher.
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Darüber hinaus wird dem Beamten vorgeworfen, Gewinne aus dem Handel mit Fahrzeugen und Fahrzeugteilen nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben.
Im Oktober dann sollen die alles entscheidenden Hinweise von einem der beschuldigten Drogenhändler selbst gekommen sein. Dieser hatte sich im Zuge des gegen ihn eingeleiteten Verfahrens nämlich bereit erklärt, so schildert es Hartmann, seinen Tippgeber aus dem Präsidium zu verraten. Es folgten umgehend die Durchsuchungen und die Festnahme des Verdächtigen.
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