276 Tage vor den Kommunalwahlen am 8. März 2026 haben die Dießener Grünen mit Kieran Smolka den ersten Mitbewerber ins Rennen um den Bürgermeister-Posten geschickt. Das Ergebnis „Einstimmig“ klingt schmeichelhaft angesichts der Tatsache, dass nur 16 wahlberechtigte Mitglieder im „Wirtshaus am Kirchsteig“ anwesend waren.
Dießen – Parteiprominenz wie die Landtagsabgeordnete Gabriele Triebel, Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann oder Kreisvorstand Martin Erdmann gratulierten dem Quereinsteiger Kieran Smolka, mit dem die Grünen das Gesamtergebnis von 23,95 Prozent bei den letzten Kommunalwahlen toppen wollen. Ortsvorsitzender und Gemeinderat Dr. Holger Kramer begrüßte auch Gremiumskollegen aus anderen Parteien und Gruppierungen wie Roland Kratzer und Johannes Wernseher (CSU) oder Thomas Höring und Alisa Schneider (Bürgerliste Freie Wähler), denn „letztendlich müssen wir alle zusammenarbeiten“. Kramer betonte, die Aufstellung des Bürgermeister-Kandidaten sei ein entscheidender Schritt für eine nachhaltige, soziale und zukunftsorientierte Gemeindepolitik nach dem Motto „Gestalten statt Verwalten“ oder noch besser „Entscheiden statt Aussitzen“.
Ins gleiche Horn stieß Kieran Smolka bei seiner Antrittsrede. Die Verwaltung des Status quo reiche nicht mehr aus. Es gebe viel Gutes in Dießen, das bleiben müsse. Um aber zukunftsfähig zu werden, bedürfe es Veränderungen, Gestaltungswillen, politischen Mutes und eines Plans „nicht nur für die nächste Gemeinderatssitzung“. Smolka reklamierte Entscheidungen der Gemeinde, die man getroffen habe, „ohne die Menschen mitzunehmen.“ Wie das Parkplatzprojekt an der Rotter Straße, das per Bürgerentscheid gestoppt wurde. Oder Haushaltsentscheidungen, die ohne öffentliche Debatte und ohne Klarheit über die Prioritäten gefällt wurden. Ehrenamtliche als Rückgrat der Gemeinde fühlten sich nicht gesehen oder gewürdigt, wobei er auf den Amtsverzicht von Feuerwehrreferent und Gemeinderat Johann Vetterl anspielte. Schließlich deutete er Bauprojekte an, „bei denen man sich schon fragen muss, wessen Interessen da im Mittelpunkt standen“. Und meinte damit wohl den umstrittenen Wohnungskauf am Waffenschmiedweg. Das seien alles keine Einzelfälle, das sei der aktuelle Politikstil, der nicht mehr in unsere Zeit und nicht mehr zu Dießen passe.
Kieran Smolka stehe für eine andere Politik: „Ich will die Menschen fragen, bevor ich für sie entscheide“. Ohne Dialog gebe es keine tragbaren Lösungen. Das gelte in der Wirtschaft genauso wie in der Kommunalpolitik. Er wolle, dass Dießen ein Vorreiter wird für bezahlbares, kluges und ökologisches Wohnen. Und dass endlich Tempo aufgenommen werde beim Ziel Klimaneutralität. Nicht auf dem Papier, sondern auf den Dächern, den Straßen und in der Wärmeversorgung. Schließlich solle das Ehrenamt gestärkt und nicht nur bejubelt werden, wenn es brennt. Auch die Jugend und Kultur müssten wieder mehr Platz bekommen.
Wobei der Kandidat ehrlich betonte, nicht aus der Politik zu kommen, sondern aus der Praxis: „Ich arbeite seit über 20 Jahren im strategischen Immobilienmanagement, betreue 1.200 Telekom-Standorte und habe große und komplexe Projekte mit engen Zeitplänen und klaren Zielen verantwortet“. Er kenne sich aus mit Bauvorschriften, Sanierungen und Weiterentwicklung ganzer Immobilienbestände. Damit sei er der richtige Mann für Dießen mit den Schwerpunkten Wohnraum und öffentliche Infrastruktur.
Kieran Smolka, Jahrgang 1967, kam in München zur Welt und verbrachte seine Kindheit in Weßling, Seefeld, Fürstenfeldbruck und Krailling. Seit 2016 lebt er in Dießen. Er hat zwei Töchter, engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand der Craftbräu-Genossenschaft und war einer der ersten Stand-Up-Paddler auf dem Ammersee. Seit seiner Schulzeit im Gymnasium Starnberg ist er begeisterter Segler.
Smolka bleibt nicht der einzige Kandidat für den Bürgermeister-Posten in Dießen. Für die CSU wird ziemlich sicher Dominik Wimmer antreten. Und bei der SPD munkelt man, dass der Landsberger Kreisvorsitzende und Dießener Gemeinderat Marcus Noack in den Ring steigen wird.
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