Der Landsberger Kunstverein wächst: Drei neue MItglieder sind es schon in diesem Jahr. Deren Arbeiten und die (fast) aller anderen Mitglieder sind in der aktuellen Jahresausstellung „Worte und Werke“ noch bis 1. Juni in der Landsberger Säulenhalle zu sehen.
Landsberg – Es geht nicht mehr nur um die Bildende Kunst. Mit der Jahresausstellung „Worte und Werke“ will der Kunstverein Landsberg gemäß seiner Satzung Sprache mehr einbeziehen, sagt Vorsitzender Rudi Bille. Auf der Vernissage am heutigen Freitag, 23. Mai, um 19 Uhr in der Säulenhalle zeigt sich das im Beitrag der Landsberger Schauspielerin und Autorin Monica Calla – mit poetischen Worten über Kunst.
Sonst konzentriert sich die Ausstellung aber (noch) aufs Bildliche. Gleich rechts am Eingang dominiert Blau, in Arbeiten von Monika Gayer und Andrea Reiners. Gayers bläuliche Gletscherlandschaft, im Hintergrund schemenhaft zwei Silhouetten, wirkt leicht bedrohlich – etwas, was sich in einer weiteren Arbeit von ihr verstärkt: ein grau in grau gehaltener Raum, in dem sich gesichtslose Menschen aufhalten – und in dem Kinder mit Kreide Bäume, Sonne und Vögel, kurzum: die Natur an die Wände malen. Reiners arbeitet mit einem optimistisch wirkenden leuchtenden Blau, das Hintergrund und Umrisse für ihre in Braun gehaltenen Akte „You are like a Flower“ bildet. Eine Serie, die Reiners auch in Brauntönen erarbeitet hat – wodurch sich farblich ein Bezug zu Inge Diepolds „Diskussion“ bildet.
Die 18 ausstellenden Kunstschaffenden des Vereins arbeiten unterschiedlichst, „jeder in seiner Eigen-Art“ wie Autorin Calla es formuliert. Die Hängung sei deshalb nicht ganz einfach, sagt Vereinsvorsitzender Rudi Bille – der sich aber über die Vielfalt freut, auch durch die neuen Mitglieder: „Dieses Jahr sind es schon drei, eines steht noch in der Warteposition.“
Neu dabei ist Christine Mödl, die mit Stoff Gebäude-Bilder erschafft: „Stadtrundell“ aus beschrifteten Textilien oder ein an Patchwork erinnernde Arbeit mit dem Titel „Hundertwasser“. Neu mit dabei ist auch Fotograf Dieter Lier. Er arbeitet mit bewegter Kamera, um seine ‚verwackelten‘ Fotografien zu erzeugen. Es gehe ihm darum, „die Flüchtigkeit des Moments festzuhalten“, sagt er im Gespräch. „Wir nehmen den Tag über so viel wahr, haben davon aber selten ein scharfes Bild.“
Auch neu dabei: Sabine Noak, die Relief-Arbeiten aus Japanpapier erschafft. So zum Beispiel „Wolke 7“, fliegend aufgebauschtes Papier, gefaltet, das an eine Art Pilze oder Muscheln erinnert und so wirkt, als würde es gleich wegfliegen – ebenso leicht wie Rike Bryschs „Warten auf den Abflug“: mehrere Pusteblumen, mit viel Geduld und wohl Lack in einem Holzkasten hinter Glas festgehalten.
Reduziert aufs Wesentliche muten die Arbeiten von Christiane Stingl an: in erdfarben gehaltene Kreise, die die Künstlerin in eine dicke Schicht Farbe geritzt hat. Und, besonders archaisch, das geritzte Alpha und Omega – allumfassend für Anfang und Ende stehend. Die Skulpturen in der Säulenhalle liefert dieses Mal allein Gina Bormann. Eine sticht heraus: „Weiblicher Torso“ aus Zirbe, bei dem die Holzmaserung der Figur eine Art inneren Umriss verleiht.
Die sehenswerte Ausstellung des Kunstvereins ist noch bis 1. Juni in der Säulenhalle zu sehen, geöffnet täglich von 15 bis 19 Uhr.
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