Im letzten Jahr waren 40 Prozent aller Widerstandsdelikte im Bereich der Bundespolizei München tätliche Angriffe gegen Vollstreckungsbeamte. Und auch am lgestrigen Mittwoch waren sie damit wieder gut beschäftigt. Denn am Ostbahnhof gerieten eine Frau und ein Kauferinger aneinander. Das die Polizei schlichten wollte, war von den beiden scheinbar nicht so gern gesehen.
Kaufering/München - Gegen 21:45 Uhr gerieten eine 31-Jährige aus Berg am Laim und ein 43-Jähriger aus Kaufering körperlich aneinander. Eine Bundespolizei-Streife ging dazwischen, fesselte den Mann und setzte ihn zur Aufklärung des Sachverhalts auf eine Bank. Die Frau soll den Mann wiederholt grundlos getreten und geschlagen haben.
„Einem mehrfach ausgesprochenem Platzverweis kam der 43-Jährige anschließend nicht nach“, so Bundespolizei-Sprecher Wolfgang Hauner. Als die Beamten den Verweis zwangsweise durchsetzen wollten, wurden sie von dem Kauferinger und der Frau, bei der ein Atemalkoholwert von 1,93 Promille gemessen wurde, attackiert. Beide wurden zum Revier im Ostbahnhof gebracht, wo der Kauferinger, der 3,18 Promille im Blut hatte, wegen einer Platzwunde von Rettungsdienstmitarbeitern versorgt wurde. Während die Polizei die Daten des Mannes erfassten, trat er wieder nach einem Beamten und traf ihn am Bein.
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München wurden weder eine Haftvorführung wegen des Widerstandes und der Körperverletzung noch eine Blutentnahme angeordnet, so dass die beiden, die mit Urin und Kot kontaminiert waren, das Revier freien Fußes verlassen konnten.