Neugründung des Sternenkinder-Netzwerks Werdenfels

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Sie machen sich stark für den Sternenkinder-Netzwerkaufbau (Monika Bruchertseifer (l.), Lions-Präsident Dr. Christian Fulghum und DONUM VITAE-Leiterin Hedwig Blaschke. © Margot Schäfer

Das Sternenkinder-Netzwerk Werdenfels ist neu gegründet und wird sich mit seinen Partnern am 1. Oktober um 17 Uhr im Foyer des Landratsamts der Öffentlichkeit vorstellen.

Garmisch-Partenkirchen - Die dort geplante Ausstellung zum Thema „Sternenkinder – Wenn die Wiege leer bleibt“ bildet den passenden Rahmen. Informationstafeln vermitteln hilfreiches, erklärendes und weiterführendes Wissen. Ein zweiter Ausstellungsteil unter der Überschrift „Stille Momente“ mit berührenden Fotos und Texten von betroffenen Familien will zum Nachdenken anregen und eine Trauerkultur in der und für die Gesellschaft fördern.

„Mit der Wanderausstellung soll sichtbar gemacht werden, was der Verlust eines Kindes in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt für betroffene Eltern und ihr Umfeld bedeutet. Aber auch, welche Unterstützung in dieser Situation möglich ist“, sagt Hedwig Blaschke, Leiterin der Beratungsstelle DONUM VITAE.

Ihre Einrichtung gehört zusammen mit TIMBA (Schwangerschaft. Geburt. Familienleben) zu den Initiatoren. Sie sind Teil des Sternenkinder-Netzwerks. Auch der Hospiz-Verein, Koki, die Koordinierungsstelle frühe Kindheit beim Landratsamt, Klinikseelsorge GAP, Schwangerenberatungsstelle Gesundheitsamt Gap sowie die evangelische Pfarrerin Birgit Schiel waren von Beginn an mit im Boot. Weitere Einrichtungen haben bereits Interessen angemeldet. Dass Handlungsbedarf bestehe, darüber sind sich die Verantwortlichen einig. Der Zusammenschluss von Beratungsstellen, Klinikseelsorge, Trauerangeboten und Anlaufstellen für betroffene Familien, anderorts längst bewährte Praxis, fehlte bisher in der Region.

Rate gestiegen

Das Netzwerk Sternenkinder wird künftig einzelne Hilfsangebote sammeln und diese somit verwaisten Eltern und Fachkräften leichter zugänglich machen. Statistisch gesehen ist die Todgeburtenrate gestiegen, jede zweite bis dritte Schwangere ist vom Thema früher Kindstod betroffen.

Kaum Unterstützung

Trotzdem werden die gesundheitlichen, psychologischen, familiensystemischen und gesellschaftlichen Folgen bisher kaum diskutiert. Der Mutterschutz bei Fehlgeburten ist erst seit Kurzem in Kraft. Bei Themen wie Hilfe für die gesamte Familie, auch eine psychologische Betreuung von Geschwistern und / oder Großeltern, Veränderung der Trauerkultur oder auch einen achtsameren Umgang und Schulungen in den Kliniken, herrscht Handlungsbedarf. Und das sowohl auf gesellschaftlicher wie politischer Ebene. Mit Ängsten belastete Folgeschwangerschaften bedürfen größerer Aufmerksamkeit. Eine komplexe Thematik also.

Mehr Sichtbarkeit

„Wir werden mit einem Rahmenprogramm zur Ausstellung, einer Lesung von Autorin Anna Hubrich, die das Buch „Wir gehören zu Euch – Sternenkinder und ihre Familien“ sowie einem Fachvortrag und Fortbildungsnachmittag durch Referentin Bianca Steinbauer, Leiterin der Beratungsstelle Bethanien Sternenkinder Oberland/Inntal, einen weiten Bogen spannen“, erklärt Blaschke.

Bei der Eröffnung der Ausstellung und der Sternenkinder Netzwerk-Vorstellung haben Landrat Anton Speer, Claudia Zolk, Zweite Bürgermeisterin der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen, und Dr. med. Rainer Wahl, Chefarzt der Gynäkologie des hiesigen Klinikums, für Grußworte zugesagt. Berufsfachschulen im medizinischen Bereich und höhere Klassen weiterführender Schulen im Landkreis sind bereits eingeladen, an einem der Vormittage bis zum 10. Oktober mit Ausbildern und Lehrkräften die Ausstellung zu besuchen, und sich der Problematik zu stellen. „Unsere Fachkräfte stehen hier für Einführungen, Erklärungen und Fragen zur Verfügung“.

Froh und dankbar sind die Initiatoren, dass der Lions-Club Garmisch-Partenkirchen unter seinem amtierenden Präsidenten Dr. Christian Fulghum finanzielle Unterstützung für Ausstellung und Netzwerkarbeit leisten wird. „Das wichtige Thema liegt mir sehr am Herzen, da helfen wir gern“, sagt der pensionierte Mediziner. „Die Öffentlichkeit sollte für das Thema sensibilisiert werden“. Um Anmeldung für die Eröffnung am 1. Oktober wird gebeten: garmisch@donum-vitae-bayern.de.

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