Das Bauernhofmuseum „Auf der Puit“ in Ebersbach wurde umfangreich saniert. Führungen sind geplant.
Ebersbach - Das kleine private Bauernhofmuseum „Auf der Puit“ in Ebersbach wurde zwischen 1983 und 1996 von dem Münchner Heimatkundler Dr. Alois Kammermeier aufgebaut. Es besteht aus zwei Hauptgebäuden aus dem 18. Jahrhundert und Nebengebäuden wie Back- und Taubenhaus, Bienenstand und Remise. Bei einem der Wohngebäude handelt es sich um das aus dem Jahre 1793 stammende und denkmalgeschützte Doimerhaus aus Au in der Hallertau. Das andere ist das ehemalige Schusterhäusl von Pasenbach. Da an den alten Zedernschindeln vom Doimerhaus aus dem Jahre 1982 schon sehr der Zahn der Zeit genagt hat, wurde es jetzt von einer Fachfirma aus der Oberpflalz mit neuen Schindeln aus heimischem Lärchenholz neu eingedeckt. Gleichzeitig wurde das Haus energetisch saniert.
Zeitintensive Sanierung
Die Sanierung erforderte nicht nur fundiertes Können, sondern auch viel Zeit. Insgesamt wurden auf einer Dachfläche von zirka 240 Metern rund 24 000 neue Schindeln angebracht. Die Kosten für die Neueindeckung befinden sich im höheren fünfstelligen Bereich. Simon Kammermeier hat dafür Zuschüsse vom Landkreis Dachau, dem Regierungsbezirk Oberbayern und dem Land Bayern beantragt.
Die Hofübergabe von Dr. Alois Kammermeier an seinen Sohn Simon, von Beruf Landschaftsarchitekt, erfolgte 2020. Seit dem Tod seines Vaters 2021 führt Simon Kammermeier das kleine Bauernhofmuseum mit gleicher Leidenschaft weiter. Gerade erst hat er die zum Bauernhofmuseum zugehörige Sammlung landwirtschaftlicher Geräte erweitert.
Hof soll für Veranstaltung geöffnet werden
Besucher können nun jetzt Gsodschneider, also eine Futterschneidmaschine, Heuwender aus der Zeit der industriellen Revolution, oder etwa einen für damalige Zeiten modernen Kühlschrank mit Eisfach besichtigen. Simon Kammermeier erklärt seine Ambitionen: „Mein Ziel ist natürlich, das Erbe meines Vaters zu erhalten, aber auch auf meine Weise fortzuführen.“
Deshalb plant Kammermeier auch künftig nicht nur Führungen für interessierte Gruppen anzubieten, sondern den historischen Hof auch für Veranstaltungen zu öffnen. „Denkbar ist Vieles, vom kleinen Theaterstück bis hin zu Musik㈠abenden.“
Heinz Nefzger