Seit Beginn des laufenden Schuljahres gibt es in Herrsching 14 Schüler, die ein sogenanntes Freiwilliges Soziales Schuljahr absolvieren. Ein Pilotprojekt von der Herrschinger Insel, finanziert von der Initiative Do it, das im Landkreis Schule machen soll.
Herrsching – Barbara Maier-Steiger ist begeistert. Die Geschäftsführerin der Herrschinger Insel habe bislang nur positive Rückmeldungen bekommen. Seit September vergangenen Jahres läuft das Projekt Freiwilliges Soziales Schuljahr (FSSJ) unter dem Dach der Herrschinger Einrichtung als Pilot für den Landkreis. Wolfgang Bäder von der Initiative Do it, als Trägerin der Herrschinger Tafel, ließ sich schnell begeistern, dieses Pilotprojekt zu unterstützen. Herrschings Bürgermeister Christian Schiller hat die Schirmherrschaft übernommen.
Das Projekt lehnt sich an an das sogenannte Neustädter Modell. Dort war es 2003 von der Caritas ins Leben gerufen worden. Es bietet Schülern die Chance, sich sozial zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und wichtige soziale Kompetenzen zu trainieren. Zudem gibt es Anregungen für die berufliche Zukunft und am Ende ein Zertifikat, das bei Bewerbungen in sozialen Berufen durchaus hilfreich sein kann.
„Wie haben für die Umsetzung eine Werkstudentin eingestellt“, erzählt Barbara Maier-Steiger in einem Pressegespräch. Zusammen mit ihr war sie an die Schulen herangetreten, um in den 8. und 9. Klassen für das FSSJ zu werben. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem FSJ, dem Freiwilligen Sozialen Jahr, das Schulabgänger zur Berufsorientierung wählen können.
14 Schüler aus der Realschule und aus der Christian-Morgenstern-Mittelschule haben sich gemeldet. „Auf Anhieb“, freut sich die Insel-Geschäftsführerin. Das sei nicht selbstverständlich. Und das Projekt laufe hervorragend. Die 14- bis 15-Jährigen helfen in der Regel in zwei Stunden pro Woche bei Einrichtungen wie Tafel, Freiwillige Feuerwehr, Johanniter oder in den Kindergärten aus. Insgesamt gilt es, 60 Stunden soziale Arbeit abzuleisten. Um die Jugendlichen an diese ehrenamtliche Arbeit heranzuführen, gab es zwei Seminare und auch sogenannte Team-Buildings. „Die Schüler werden von uns betreut. Wir organisieren die Einsätze.“ Im Juli wird dieser Einsatz mit Zertifikaten belohnt.
Sowohl Schüler als auch soziale Einrichtung äußerten sich laut Barbara Maier-Steiger bislang positiv. „Wir werden das im nächsten Schuljahr deshalb sicher fortsetzen. Wir hoffen, dass das zum Selbstläufer wird und sind froh, dass die Schulen da mitmachen.“ „Man muss sie halt an die Hand nehmen“, sagt Carmen Fuchs. Vorsitzende des Hilfsdienstes Herrsching, der wie die Insel im gemeindeeigenen Haus in der Bahnhofstraße 38 untergebracht ist und für die Bäder wie für die Insel auch weitere 1000 Euro Spenden überreichen konnte. Gerne würde auch der Hilfsdienst diese Hilfe junger Leute in Anspruch nehmen, könne dies aus datenschutzrechtlichen Gründen im Pflegedienst jedoch nicht. Und der Besuchsdienst des Hilfsdienstes in den Krankenhäusern Seefeld und Herrsching liege seit Corona „leider“ auf Eis.
Ziel sei, das FSSJ nach erfolgreicher Einführung in Herrsching im gesamten Landkreis einzuführen, sagt Barbara Maier-Steiger. Am besten von Stützpunkten in den größeren Gemeinden wie Gilching und Gauting oder der Stadt Starnberg aus. Unterstützt wird das projekt auch vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus.