Riesenschreck beim Volkstrauertag in Peißenberg: Beim Gottesdienst in der Kirche von St. Johann wurde ein Fähnrich des Schützenvereins durch eine herabstürzende Kirchen-Statue verletzt. Der Mann musste vom Rettungsdienst abtransportiert werden.
Peißenberg – Am vergangenen Sonntag waren anlässlich des Volkstrauertags wie jedes Jahr zahlreiche Fahnenabordnungen zum Gottesdienst in St. Johann anwesend, um nach der kirchlichen Zeremonie an das Kriegerdenkmal zu marschieren. Die traditionellen Abläufe der Gedenkfeier sind für die meisten Teilnehmer Routine.
Petrus-Figur wiegt rund zehn Kilo
Doch dies Mal kam es zu einem ernsten Zwischenfall. Pfarrer Georg Fetsch hielt im Rahmen der Liturgie gerade eine Lesung, als ihm zufolge ein „ordentlicher Schepperer“ durch die Kirche hallte. Was war passiert? Beim Salutieren der Fahnenabordnungen wurde offenbar am Seitenaltar durch eine Fahnenstange eine in durchaus beachtlicher Höhe stehende Kirchenstatue vom Sockel gestoßen. Die hölzerne Petrus-Figur, die laut Fetsch rund 1,20 meter groß ist und sicher zehn Kilo wiegt, fiel schließlich auf einen darunter stehenden Fähnrich. Das Mitglied der Abordnung des Schützenvereins musste notärztlich versorgt werden und vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gefahren werden.
„Ich war sehr bewegt. Das war wirklich heftig“, berichtet Fetsch im Gespräch mit der Heimatzeitung über die Vorkommnisse. Fetsch machte sich große Sorgen um den Gesundheitszustand des Unfallopfers – am Abend kam dann aus dem Krankenhaus aber die Entwarnung. Der Fähnrich hatte „nur“ einen Nasenbeinbruch erlitten. „Ich war heilfroh, dass das halbwegs glimpflich ausgegangen ist und der Mann keine bleibenden Schäden davongetragen hat“, betont Fetsch. Auch Manfred Schülke, der als Vorsitzender des Veteranen- und Reservistenvereins regelmäßig an der Organisation des Volkstrauertags beteiligt ist, äußert sich erleichtert: „Das hätte durchaus schlimmer ausgehen können.“
Standfestigkeit der Figuren wird nun geprüft
Jahrzehntelang hat es laut Schülke beim Volkstrauertag keinen Unfall gegeben. Heuer gab es jedoch die Besonderheit, dass aufgrund von Renovierungsarbeiten am rechten Seitenaltar des Kirchenschiffs ein Gerüst aufgestellt war. „Deshalb standen mehr Fahnenträger auf der linken Seite“, berichtet Frank Zellner, der in seiner Funktion als Bürgermeister beim Volkstrauertag anwesend war: „Es war ein unglücklicher Unfall, mit dem niemand gerechnet hat. Wenn die Figur mit vollem Gewicht auf den Kopf des Mannes gefallen wäre, dann will man sich gar nicht ausmalen, was hätte passieren können.“
Von Seiten der Pfarreiengemeinschaft hat man den Fall bereits zur Bearbeitung an das Bistum weitergeleitet, um die Angelegenheit unter anderem versicherungstechnisch zu klären. Zudem wird man eine Prüfung zur Standfestigkeit der Figuren in Auftrag geben. „Wir wollen sicherstellen, dass so etwas künftig nicht mehr passieren kann“, erklärt Fetsch: „Mir tut das Ganze wirklich sehr leid.“