Die Gemeinde Kochel am See plant den Bau einer neuen Kindertagesstätte. Der Grund: Die Zahl der Kinder ist in der vergangenen Jahren stark gestiegen.
Kochel am See – In der Gemeinde Kochel sind die Planungen zum Bau einer neuen Kindertagesstätte angelaufen. Das wurde im jüngsten Gemeinderat bekannt. Hintergrund ist, dass die Kinderzahlen in den vergangenen zehn Jahren um fast 30 Prozent gestiegen sind und auch künftig, aufgrund von neuem Wohnraum und Zuzug, mit einem Anstieg gerechnet wird.
Anstieg um fast 30 Prozent: Hoher Bedarf für neue Kita-Gruppen in Kochel
Bürgermeister Jens Müller legte den Räten Zahlen vor. 2015 besuchten die gemeindliche Kochler Kindertagesstätte (KoKiTa) 83 Kinder, bei Montessori waren 31 untergebracht, bei „Dorfleben Walchensee“ 18 Kinder, insgesamt also 132. Fünf Jahre später waren es 143 Kinder. Zurzeit besuchen die KoKiTa 99 Mädchen und Buben, bei Montessori werden 48 betreut und in Walchensee 22 Kinder, insgesamt also 169. Die Gemeinde geht davon aus, dass insgesamt Bedarf besteht für vier neue Gruppen, zwei Regel- und zwei Krippengruppen. Außerdem soll die Möglichkeit bestehen, noch drei zusätzliche Gruppen unterzubringen.
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Ob man dafür ganz neu bauen müsste oder auch ein bestehendes Gebäude erweitern könnte, wollte Klaus Barthel wissen. Müller bejahte Letzteres: „Ein Zubau ist möglich.“ Die Gemeinderäte gaben einstimmig grünes Licht, die Pläne weiterzuverfolgen. Die Verwaltung sucht nun nach einem geeigneten Standort, und ein Planungsbüro soll mit der Kostenschätzung beauftragt werden.
Räume an der Kochler Franz-Marc-Schule sind für Anstieg der Betreuungszahlen zu klein
Dabei schwingt auch mit, dass Eltern von Erstklässlern ab 2026 ein Recht auf Ganztagsbetreuung haben. Klassenstufe für Klassenstufe wird dies in den kommenden Jahren erweitert. Die Kommunen tragen die Verantwortung für die Bereitstellung der Räume. Müller berichtete von einem Schulrundgang mit Rektor Jakob Dondl. Die Mittagsbetreuung wird dort derzeit vom BRK durchgeführt. „Das soll auch weiter so bleiben“, sagte Müller. Alle Kommunen und Schulen im Loisachtal würden wohl das gleiche Konzept wählen. Die Ganztagsbetreuung soll ein „sozial- und freizeitpädagogisch ausgerichtetes Betreuungsangebot“ nach dem Unterricht enthalten.
Wie Müller weiter berichtete, sind die derzeit genutzten Räume an der Kochler Franz-Marc-Schule für einen Anstieg der Betreuungszahlen zu klein. Zudem seien die Räume ja auch langfristig für den Schulbetrieb vorgesehen. „Im Umgriff des Schulgebäudes“, so formulierte es der Bürgermeister, soll nun auf den eigenen Flächen für die Ganztagsbetreuung neu gebaut werden. Eine Kostenschätzung liegt noch nicht vor. Die Gemeinderäte beauftragten die Verwaltung, tiefer in die Planung einzusteigen und mit einem Büro das weitere Vorgehen auszuarbeiten. (müh)