Bakterien auf der ISS sind zu etwas mutiert, das es auf der Erde nicht gibt

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Die Bakterien auf der ISS sind im Vergleich zu Bakterien auf der Erde mutiert. (Symbolbild) © imago/Panthermedia

Ein Forschungsteam hat sich Stämme des Bakteriums Enterobacter bugadensis auf der Internationalen Raumstation genauer angeschaut – mit überraschendem Ergebnis.

Pasadena – Wo Menschen leben, gibt es Bakterien – auch an Orten, an denen man nicht mit ihnen rechnen würde. Auf der Internationalen Raumstation ISS geht es beispielsweise längst nicht so steril zu, wie man denken könnte. Denn alle Menschen, die dort im Laufe der mehr als 20-jährigen Geschichte der Raumstation zu Besuch waren, brachten Bakterien mit.

Ein Forschungsteam um Kasthuri Venkateswaran vom Jet Propulsion Laboratory der US-Raumfahrtorganisation Nasa hat nun Bakterien untersucht, die auf der ISS gefunden wurden. Konkret geht es um Stämme von Enterobacter bugadensis, ein Bakterium, das nur dann Krankheiten verursacht, wenn der Wirt bereits mit einer anderen Krankheit kämpft oder immungeschwächt ist. Das Bakterium ist multiresistent und kann durch mehrere Antibiotika nicht mehr wirksam bekämpft werden. Gerade deshalb ist es für die Forschung wichtig zu wissen, wie sich das Bakterium unter den Bedingungen auf der ISS verhält.

Bakterien sind auf der Internationalen Raumstation mutiert

13 Stämme der Bakterien hat das Forschungsteam auf der Raumstation gefunden und bei der genaueren genetischen Analyse stellte sich heraus, dass die Stämme im Vergleich zu irdischen Bakterien mutiert sind. „Wir haben in unserer Studie bestimmte Gene identifiziert, die ausschließlich in Organismen vorkommen, die mit der ISS assoziiert sind, aber nicht in ihrem terrestrischen Gegenstück“, schreiben die Autoren in der Studie. Es gibt also keine vergleichbaren Bakterien auf der Erde. Die Arbeit wurde im Fachjournal Microbiome veröffentlicht.

Die Anpassung der Bakterien an die Gegebenheiten im Weltraum könnte alternative Ansätze zur Bekämpfung der Krankheitserreger aufzeigen. Beispielsweise könnte die Anpassung an die Schwerelosigkeit einen angreifbaren Punkt der Bakterien verbergen. „Diese Gene könnten als wertvolle Ziele für Therapeutika gegen pathogene Mikroorganismen in der einzigartigen Umgebung der ISS dienen“, ist das Forschungsteam überzeugt. Durch weitere Forschung könnten Astronauten vor den Bakterien geschützt werden.

Mutierte Bakterien haben anderen Bakterien auf der ISS beim Überleben geholfen

An Bord der Raumstation sind die Stämme von Enterobacter bugadensis in eine Gemeinschaft von vielen verschiedenen Bakterien integriert – in manchen Fällen könnten sie anderen Bakterien sogar geholfen haben, im Weltall zu überleben, sagt das Forschungsteam. Denn das Leben an Bord der Raumstation ist ganz anders als auf der Erde: Neben der fehlenden Schwerkraft gibt es dort auch eine hohe Strahlung und einen hohen Kohlendioxidgehalt. (tab)

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