Der SV Werder Bremen tritt am Mittwoch (18 Uhr/DeichStube-Liveticker) in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim SC Paderborn an. Der Vorbericht der DeichStube.
Bremen – Es gibt so Spiele, die bleiben etwas hartnäckiger im Gedächtnis haften. Oft liegt das am Ergebnis, meistens aber auch am Drumherum. Und da hatte das letzte Duell des SV Werder Bremen mit dem SC Paderborn vor zwei Jahren wahrlich einiges zu bieten – am Ende vor allem ein bitteres DFB-Pokal-Aus des Favoriten von der Weser im Elfmeterschießen nach einer ziemlich ungewöhnlichen Entscheidung der Unparteiischen in der Verlängerung. Werder-Kapitän Marco Friedl stellt deshalb für die Zweitrundenpartie am Mittwochabend (18 Uhr/DeichStube-Live-Ticker) beim Zweitligisten schon mal kämpferisch fest: „Da haben wir noch eine Rechnung offen.“ Ole Werner findet das zwar nicht, der Coach ist aber trotzdem auf ein Spektakel eingestellt, was eben auch ganz viel an diesem besonderen Gegner liegt.
Werder Bremen im Liveticker gegen den SC Paderborn: Ole Werner lobt Gegner für offensiven und attraktiven Fußball
„Spiele in Paderborn sind immer eng, man muss immer mit verrückten Spielverläufen rechnen“, sagt Ole Werner und denkt vor allem an Werders spektakulären 4:3-Sieg in der 2. Liga Anfang 2022. Aber auch ohne Mithilfe des SV Werder Bremen sei bei den Spielen des SC Paderborn immer jede Menge los. Aus einem guten Grund, wie Werner sehr wertschätzend für den kommenden Gegner festhält: „Jahr für Jahr und unabhängig vom Trainer schafft es Paderborn immer wieder, offensiven und attraktiven Fußball zu spielen. Die verstecken sich nie, darauf kann man sich einstellen!“ Und genau das will Werner tun, er würde nämlich gegen den Tabellendritten der 2. Liga sehr gerne auf ein Spektakel verzichten. „Wir müssen von der Klarheit gegen den Ball wie in den letzten Wochen auftreten“, erinnert der Coach an den Sieg in Wolfsburg und das Unentschieden gegen Leverkusen und fordert: „Wir müssen den Qualitätsunterschied, den wir schon auf unserer Seite haben, auch sichtbar machen.“ Dafür brauche es eine gute Kommunikation und eine ordentliche Aggressivität auf dem Platz. Und trotzdem könne sich „ein wildes Spiel entwickeln“, warnt Werner: „Paderborn spielt gerne mit offenem Visier, wir sind auch offensiv ausgerichtet. Da kann das passieren. Da müssen wir klaren Kopf bewahren.“
Werder Bremen im Live-Ticker gegen den SC Paderborn - Ole Werner: „Die Partie von vor zwei Jahren spielt keine Rolle mehr“
Da dürfte auch ein Marvin Ducksch als Führungsspieler gefordert sein. Der hat noch eine ganz eigene Paderborn-Geschichte im Gepäck. Vor zwei Jahren hatte er mit Teamkollege Oliver Burke offenbar etwas zu ausgiebig in einer Bremer Disco gefeiert und am Tag darauf eine Teambesprechung erst mit reichlich Verspätung und nicht ganz frisch erreicht. Werner suspendierte den Stürmer des SV Werder Bremen für das Pokalspiel beim SC Paderborn. Logisch, dass dieses Thema nun noch einmal hochkommt. „Er ist auf jeden Fall dabei“, sagt Ole Werner – und von etwaigen Sticheleien der Mitspieler sei ihm nichts zu Ohren gekommen. Von diesem Teil der Vergangenheit soll sich die Mannschaft nicht ablenken lassen, auch nicht von einem damals doch sehr eigenwilligen Eingriff des vierten Offiziellen. Frederick Assmuth wollte beim Kopfballtor von Niclas Füllkrug zum 3:2 in der Verlängerung ein Foul des Bremers gesehen haben – von der Mittellinie aus. Schiedsrichter Frank Willenborg nahm daraufhin den Treffer zurück. Einen Video-Assistenten gab es in dieser Pokalrunde noch nicht. Es blieb beim 2:2, Werder verlor nach Elfmeterschießen. Eine ziemlich ärgerliche Nummer, die Werner aber längst abgehakt hat: „Die Partie von vor zwei Jahren spielt keine große Rolle mehr. Wir wollen es besser machen und eine Runde weiterkommen.“
Werder Bremen im Liveticker gegen den SC Paderborn: Bremer haben das Elfmeterschießen nicht extra trainiert
Deswegen will der Coach des SV Werder Bremen die bestmögliche Mannschaft ins Rennen schicken. Ein Torwartwechsel, wie es andere Trainer praktizieren, um dem Ersatzmann Spielpraxis zu geben, sei kein Thema, so Werner. Demnach wird Michael Zetterer das Tor hüten und nicht Mio Backhaus. Angesichts der Ausfälle von Niklas Stark, Jens Stage, Skelly Alvero (alle verletzt) und Amos Pieper (gesperrt) sind die Möglichkeiten für eine Rotation auch begrenzt, aber in dieser Englischen Woche mit Spielen am vergangenen Samstag (Leverkusen), nun am Mittwoch (Paderborn) und dann erst wieder am Sonntag (Mönchengladbach) auch gar nicht zwingend notwendig. „Wir sind terminlich gut davongekommen und haben zwischen den Spielen genügend Zeit, dass junge, gesunde Menschen diese Belastung gut vertragen können“, sagt Werner mit einem Lächeln im Gesicht. Genauso entspannt geht er auch das Thema Elfmeterschießen an: „Das haben wir nicht extra trainiert. Denn ich habe mit meinen Mannschaften mehr Elfmeterschießen gewonnen, wenn wir es vorher nicht geübt haben.“ (kni)