Hochkarätiges Fünf Seen Filmfestival: 130 Filme, 14 Leinwände und internationale Gäste

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Bieten dem FSFF-Publikum ein einmaliges Erlebnis: (hinten v.l.) Julius Grimm (Regisseur „Zweigstelle“), Lilly Rösler, Lydia Basu, Lara Schimpf, Vanessa Meyer, Katharina Neuner, Diana Dickmann, Matthias Helwig, Martin Baranowski, Veronika Osterauer, Dominik Petzold, Max Speitel (alle Team), Sebastian Husak (Regisseur „Bubbles“) sowie vorne Darstellerin Johanna Bittenbinder („Zweigstelle“, l.) und Ina Laux, Co-Kuratorin „Conflict & Community“. ©  Andrea Jaksch

130 Filme, über 100 geladene teils internationale Gäste aus der Filmbranche, 14 Leinwände, acht Wettbewerbe, vier Ehrengäste, ein Open-Air-Spielort im Schlosshof Seefeld und etliche weitere Filmreihen und Sonderveranstaltungen – das 19.Fünf-Seen-Film-Festival von 9. bis 16. September unter dem diesjährigen Motto „Realations“ verspricht in jeder Hinsicht hochkarätig zu werden, denn es steht bis auf Weiteres auf solidem Fundament.

Starnberg– „Die Förderung ist Gottseidank wieder auf dem alten Niveau angekommen“, sagt ein bemerkenswert entspannt wirkender FSFF-Leiter Matthias Helwig bei der Pressekonferenz im Vorfeld, fügt jedoch kritisch hinzu, „jedes Gleichbleiben ist eigentlich eine Kürzung – für die Strahlkraft dieses Festivals bräuchten wir schon noch mehr Geld, denn es geht ganz allgemein auch darum, die Kultur hoch zu halten.“ Dass der Freistaat Bayern das Festival heuer finanziell stark unterstützt, lässt sich vielleicht auch daran ablesen, dass der bayerische Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Medien, Dr. Florian Herrmann, persönlich zur Eröffnungsfeier kommen und sich die französische Komödie „Jane Austen und das Chaos in meinem Leben“ anschauen wird.

Leonie Benesch: Der Schauspielerin wird beim Fünf Seen Filmfestival der Hannelore-Elsner-Preis verliehen.
Leonie Benesch: Der Schauspielerin wird beim Fünf Seen Filmfestival der Hannelore-Elsner-Preis verliehen. © Robin Kater

Helwig zur Auswahl dieses durch gewisse Leichtigkeit geprägten Films: „Wir wollten diesmal im Sinne des Publikums stärker auf das Feierliche, die Festlichkeit des FSFF eingehen.“ Im Vorjahr war mit der historisch-politischen Tragödie „Alles Liebe, eure Hilde“ zur Eröffnung noch deutlich schwerere Kost serviert worden – das FSFF 2025 soll also heiterer, mit positivem Schwung beginnen.

Schauspielerin Leonie Benesch, Schauspieler Rainer Bock, Wissenschaftsjournalist Harald Lesch, Regisseurin Petra Volpe und Film-Editor Hansjörg Weißbrich kommen

Die vier Ehrengäste sind selbstverständlich mit einigen ihrer Filme vertreten: Schauspielerin Leonie Benesch, die heuer den seit 2019 beim FSFF vergebenen „Hannelore-Elsner-Preis“ erhalten wird, ist in „Heldin“, „September 5“ und „Das weiße Band“ zu sehen, ihr Schauspiel-Kollege Rainer Bock in der neuen bayerischen Komödie „Zweigstelle“ sowie in der vierstündigen TV-Produktion „Die Ermittlung“ über den sogenannten Auschwitz-Gerichtsprozess Mitte der 1960er Jahre; gemeinsam mit dem fernsehbekannten Wissenschaftsjournalisten Harald Lesch, mit dem er ein Faible für die Werke des 2005 verstorbenen Kabarettisten und Autors Hanns Dieter Hüsch teilt, wird Bock in der Schlossberghalle aus Hüschs Texten lesen. Als weiterer Ehrengast wird die Schweizer Regisseurin Petra Volpe in Starnberg erwartet, die mit „Frühling im Herbst“ 2010 das Festival eröffnete und damals für ihren Film mit stehenden Ovationen gefeiert wurde. Volpe zeigt diesmal ihre Filme „Die Göttliche Ordnung“, „Traumland“ sowie „Heldin“ mit Leonie Benesch. Vierter im Bunde der Ehrengäste ist Hansjörg Weißbrich, einer der renommierten Filmeditoren Deutschlands: „Schnitt ist eminent wichtig“, sagt Helwig, der mit Weißbrich stellvertretend den häufig unterschätzten Filmberuf des Cutters herausstellen wollte.

Sonderreihe „Conflict & Community“ von Architektin Ina Laux

Sonderreihen wie die von der Architektin und Städteplanerin Ina Laux kuratierte „Conflict & Community“ beleuchten anhand von vier ausgesuchten Filmen die dynamische Beziehung zwischen Menschen und Räumen in Städten, zum Beispiel Paris („That Summer In Paris“) oder Los Angeles („Mulholland Drive“), macht sich aber auch auf die Suche nach städtebaulichen Utopien und innovativen Konzepten im Zeichen des Klimawandels: „Wir wollen künftige Entwicklungen aufzeigen, die bei uns Architekten ja meist zuerst ankommen“, so Ina Laux.

Förderung des Fünf Seen Filmfestivals wieder auf altem Niveau

In die Kunstfilmreihe „Odeon“ eingebettet sein werden unter der Überschrift „Literatur im Kino“ ein Lese-Abend im Pfarrstadel Weßling mit dem Lyriker Anton G. Leitner und dem „SZ“-Journalisten Wolfgang Prochaska sowie der Film „Friendly Fire“ von Julia Albrecht und Klaus Fried, der den Lebensspuren des Schriftstellers Erich Fried nachgeht.

Deutschland- und Bayern-Premieren sind ebenfalls wieder Bestandteil des Festivals, aber auch eine Komödie wie „Zweigstelle“, ihres Zeichens Gewinnerin des Publikumspreises beim Münchner Filmfest. Regisseur Julius Grimm und Schauspielerin Johanna Bittenbinder berichteten bei der Pressekonferenz von den Drehbedingungen, die im Januar und Februar in einem aufgelassen Behördenbau auf dem früheren Militärflugplatz Penzing herrschten, den alle nur „das Kloster“ nannten: „250 Meter lange Gänge, die nicht beheizbar waren“, so Grimm – und Bittenbinder: „Wir haben wirklich sehr gefroren.“ Seinerzeit durfte sie – im Gegensatz zu anderen Akteuren, deren Rollen Feinripp-Unterwäsche erforderten – immerhin im Rollkragen-Pulli arbeiten.

Acht Wettbewerbe beim FSFF in Starnberg

Die acht Wettbewerbe vergeben neben dem Hauptpreis (sechs Filme) Auszeichnungen für Dokumentarfilme, Debütfilme/Zweitproduktionen („Perspektive-Spielfilm-Preis“), den Publikumspreis „Best of Festivals“ sowie den „Video-Art-Preis“ (13 experimentelle Kurzfilme), den „Short Plus Award“ für den besten Kurzfilm mit mehr als 20 Minuten Länge und das „Goldene Glühwürmchen“ für den besten „echten“ Kurzfilm. Sonderveranstaltungen wie der Taiwan-Empfang durch den Generaldirektor der Taipeh-Vertretung in Deutschland (Büro München), Dr. Ina-Tsing-Dieu, in der Schlossberghalle, zählen mittlerweile zu den traditionellen Festival-Elementen. Neu beziehungsweise nach Jahren zurückgekehrt sind die Open-Air-Vorführungen im Hof von Schloss Seefeld (unter anderem mit „Heldin“ und Leonie Benesch); ausdrücklich erwünscht ist laut Helwig die Begegnung und der Gedankenaustausch zwischen Filmschaffenden und Besuchern, was zum Beispiel mit „Meet the Filmmakers“ und dem „Filmgespräch am See“ in der Politischen Akademie Tutzing gefördert werden soll. Heuer werden sich auf dem Podium Schauspielerin Barbara Auer, Regisseur und Drehbuchautor Ulrich Limmer und Laila Stieler („BR“) über das Thema „Beziehungen Film in der Transformation“ unterhalten.

Erstlingsfilme wie der HFF-Abschussfilm „Bubbles“ von Regisseur Sebastian Husak locken ebenso wie der 92-jährige Altmeister und „Heimat“-Schöpfer Edgar Reitz, der in der Reihe „Panorama“ sein jüngstes Werk „Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes“ vorstellen wird (mit Edgar Selge) – einen amüsanten Diskurs über Abbild und Vorbild und den Entstehungsprozess eines „Kunstwerks“. Kein Zweifel: Das 19. Fünf-Seen-Film-Festival dürfte für Filmfreunde aus der Region wieder zum Highlight des Jahres werden. Infos und Tickets unter www.fsff.de.

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