Im ARD-"Morgenmagazin" am Montag bezog Ökonom Marcel Fratzscher klar Stellung gegen zusätzliche Feiertage. Er bezeichnete die Diskussion als "Phantomdebatte" und betonte, dass die Produktivität wichtig er sei als die reine Anzahl der Arbeitstage. Zuvor hatte die Linke angestoßen, bei gesetzlichen Feiertagen, die auf ein Wochenende fallen, Ausgleichstage unter der Woche zu schaffen.
Diskussion über Feiertage hält der Ökonom für kontraproduktiv
"Ich halte das für eine Phantomdebatte. Es gibt kein Land in der Welt, wo die Menschen im Jahr in Vollzeit so wenig arbeiten wie in Deutschland. Diese Diskussion über mehr oder weniger Feiertage halte ich für kontraproduktiv", so der Ökonom.
Auf die Frage der Moderatorin, ob wegfallende Feiertage im Jahr 2026 die Produktivität oder das Wirtschaftswachstum steigern würden, präzisierte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW): "Es bringt nicht mehr Produktivität, es bringt mehr Wirtschaftsleistung. Ungefähr 0,3 Prozent mehr Wirtschaftsleistung erwarten wir für 2026 wegen der wegfallenden Feiertage. [...] Das wird die Probleme Deutschlands wirtschaftlich nicht lösen."
Fokus soll auf Produktivität liegen
Fratzscher betonte jedoch auch, dass das komplette Streichen von Feiertagen ebenfalls keine Lösung sei, da die Verteilung der Feiertage von Jahr zu Jahr schwankt und viele Menschen in systemrelevanten Berufen ohnehin keinen freien Tag hätten. Fratzscher machte klar, Unternehmen müssten innovativer werden und stärker in ihre Beschäftigten investieren. Auch die Politik sei gefragt, verlässliche Investitionen zu gewährleisten, damit Deutschland wettbewerbsfähiger werde.
"Wir brauchen mehr Innovation, das heißt mehr Investieren des Staates. Aber auch die Unternehmen müssen ihren Beitrag leisten. Das ist der Schlüssel. Und der Fokus auf Arbeitstage ist der falsche Fokus. Wir müssen wirklich auf die Produktivität schauen", erklärt Fratzscher.
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