Die Kommunalwahlen am 8. März 2026 werfen ihre Schatten voraus: Während Amtsinhaber Michael Müller (CSU) eine dritte Amtszeit anstrebt, schicken die Freien Wähler einen Herausforderer ins Rennen. Andere Parteien halten ihre Karten noch verdeckt.
Geretsried– Zwei Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahlen am 8. März 2026 stehen schon fest. Eine Stadtratspartei hat bereits abgewunken, einen Personenwahlkampf zu führen. Doch zwei andere halten sich dies noch offen.
Müller will dritte Amtszeit
Der amtierende Rathauschef Michael Müller (CSU) hat sich schon früh entschieden, eine dritte Amtszeit anzustreben. Bereits vor drei Jahren legte er sich beim Sonntagsstammtisch seiner Partei fest. „Ich will als Bürgermeister die dicken Felsen weiterbohren“, hatte er dort angekündigt. Offiziell nominiert hat ihn der CSU-Ortsverband noch nicht. Die Aufstellungsversammlung ist am Mittwoch, 15. Oktober.
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Freie Wähler setzen auf Möckel
Die Freien Wähler haben das bereits erledigt. Sie schicken Wolfgang Möckel ins Rennen. Wie berichtet hatte er sich im März als erster Herausforderer Müllers offenbart. 15 von 20 Wahlberechtigten kürten ihn vor drei Monaten zum Bürgermeisterkandidaten. Der Unternehmensberater aus Gelting saß 2002 bis 2020 im Geretsrieder Stadtrat – damals noch für die CSU. Vor den Kommunalwahlen 2020 hat er die Partei verlassen, weil er mit strategischen Entscheidungen unzufrieden war.
Geretsrieder Liste zögert noch
Volker Reeh war bis 2020 ebenfalls Teil der CSU-Fraktion im Stadtrat. Bei den Kommunalwahlen trat er dann mit der damals neuen Geretsrieder Liste an. Das Bündnis erreichte aus dem Stand vier Mandate. Mit einem Infostand auf dem Karl-Lederer-Platz wärmen sich die Mitglieder am Freitag, 19. September, für den Wahlkampf auf. „Wir wollen die Leute kennenlernen, hören wie die Stimmung in Geretsried ist“, erklärt Vorsitzender Reeh. Zu sagen, ob die Liste mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen geht, sei „noch zu früh“. Das werde bei der nächsten Mitgliederversammlung Ende September intern beraten. „Der Vorstand wird einen Vorschlag machen, und wir werden sehen, was die Mitglieder dazu meinen“, so Reeh.
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SPD berät intern über Kandidatur
Bei der SPD ist diese Frage auch bislang nicht geklärt. „Wir sind uns selbst noch nicht einig“, sagt Martin Bruckner, Vorsitzender des Ortsvereins im Gespräch mit unserer Zeitung. Optionen für Bürgermeisterkandidaten würde es geben. „Wir haben mehrere Kandidaten, die in der Lage wären. Wir führen Gespräche, aber es ist noch alles offen.“ Die SPD plant ihre Aufstellungsversammlung für Ende Oktober. Aktuell ist sie mit drei Männern und einer Frau im Stadtrat vertreten. Ebenso wie die Freien Wähler haben die Grünen derzeit fünf Sitze im Gremium. Letztere wollen den Kommunalwahlkampf dennoch ohne Bürgermeisterkandidaten bestreiten. Wie berichtet setzt der Ortsverband auf einen „Team- und Themenwahlkampf“. Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat stellen die Grünen am kommenden Dienstag, 16. September, auf (siehe Artikel unten links).
Grüne setzen auf Teamwahlkampf
Bei den Kommunalwahlen 2020 hatte Michael Müller drei Kontrahenten: Martina Raschke (Grüne), Wolfgang Werner (SPD) und Larry Terwey (FDP). Der Amtsinhaber gewann die Wiederwahl mit 62,15 Prozent der Stimmen.