410 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs: Die Mecklenburger Backstuben haben Insolvenz angemeldet. Kostensteigerungen setzen dem Familienbetrieb zu.
Die Mecklenburger Backstuben GmbH aus Waren an der Müritz stehen vor dem größten Kampf ihrer 40-jährigen Unternehmensgeschichte. Das Amtsgericht Neubrandenburg hat die vorläufige Eigenverwaltung für den Traditionsbetrieb angeordnet. 410 Mitarbeiter und 55 Filialen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind von der Insolvenz betroffen.
Die Ursachen für die finanzielle Schieflage sind vielschichtig. „Vor allem Personal-, Energie- und Einkaufskosten sind teils in einem Ausmaß gestiegen, das sich nicht ohne Weiteres an die Kunden und Partner weitergeben lässt“, erklärt Rechtsanwalt Nils Krause. Besonders seit der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg explodierten die Kosten für Rohstoffe und Energie. Bereits zu Beginn des Jahres musste das Unternehmen 50 Mitarbeiter aus der Tiefkühlproduktion entlassen.
Mecklenburger Backstuben insolvent: 55 Filialen und 410 Mitarbeiter betroffen
Gleichzeitig kämpft die Bäckerei wie viele Handwerksbetriebe gegen den enormen Preisdruck durch Discounter. Viele Kunden greifen zunehmend zu günstigeren Alternativen, was eine spürbare Kaufzurückhaltung zur Folge hat.
Anders als bei einer normalen Insolvenz bleibt die Geschäftsführung handlungsfähig und kann die Sanierung selbst steuern. Die Löhne sind durch das Insolvenzgeld bis Januar gesichert, alle Filialen bleiben geöffnet. Der Geschäftsführer der insolventen Bäckereikette Günther Neumann appelliert an die Kunden: „Wenn Kunden uns unterstützen möchten, dann sollten sie wie gewohnt bei uns einkaufen.“
Das Unternehmen betreibt seine 55 Filialen hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern und im Norden von Brandenburg. Schwerpunkte sind dabei die größeren Städte wie Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Greifswald und Stralsund. Erst kürzlich hatte das Familienunternehmen zehn Standorte der insolventen Lila-Bäcker-Kette übernommen und damit seine Präsenz in Vorpommern deutlich ausgebaut.