Gefährliche Kreuzung für Radler: Gemeinderat sucht Lösungen

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Die unübersichtliche Kreuzung an der Kreisstraße zum Fußballplatz in Langau war erneut Thema im Gemeinderat. Fußballtrainer Kilian Spindler (vorne) berichtete von mehreren gefährlichen Situationen. © Arndt Pröhl

Das Thema ist ein Dauerbrenner: Wieder einmal ging es im Gemeinderat um die gefährliche Kreuzungssituation für Radler in der Langau.

Bad Heilbrunn – Die gefährliche Verkehrsführung in Langau beschäftigt den Heilbrunner Gemeinderat immer wieder. Auch in der jüngsten Sitzung ging es um dieses Thema – wobei zumindest kleinere Verbesserungen in Sicht zu sein scheinen.

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Während der B472-Sperrung war Tempo 30 möglich

Kilian Spindler hatte das Thema noch einmal auf die Tagesordnung gebracht. Der Fußballtrainer berichtete, gerade eben erst sei es nach dem Training wieder zu zwei gefährlichen Situationen gekommen. Zugleich räumte er ein, dass man nur wenig unternehmen könne, um die Situation zu entschärfen. Ein Fußgänger-Überweg scheitere an der zu geringen Anzahl an Fußgängern. Auch die Einführung von Tempo 30 sei „nicht so ganz einfach“. Während der Sperrung der B472 sei es allerdings möglich gewesen, das gewünschte Schild aufzustellen – die Ortsdurchfahrt diente in dieser Zeit als Baustellen-Umfahrung. „Warum war das in der kurzen Zeit doch möglich?“, fragte Spindler.

Das Verkehrsvolumen habe sich während der Sperrung der B472 verzehnfacht, antwortete 3. Bürgermeister Bernd Rosenberger. Außerdem hätten während der Sperrung schwere Lkw durch den Ort fahren dürfen. Dadurch wurde es auf der schmalen Straße noch enger.

Wenig Chancen auf Bau einer Querungshilfe

Bürgermeister Thomas Gründl sieht wenig Chancen, dass eine Querungshilfe gebaut und dauerhaft Tempo 30 eingeführt wird. Die Gemeinde habe mehrfach auf eigene Kosten den Verkehr zählen lassen. Die Anzahl der Fußgänger habe nie ausgereicht, um eine Querungshilfe oder Tempo 30 zu rechtfertigen: „Ich kann mich da nicht über die Gesetze hinwegsetzen.“

Verärgerung über die aktuelle Gesetzeslage

Josef Schwaller nahm die Gesetzeslage verärgert zur Kenntnis: „Ich habe relativ wenig Verständnis dafür, dass man am Sportgelände kein Tempo 30 einführen kann.“ Auf der Ortsdurchfahrt sei nur Personenverkehr unterwegs, „und wenn jemand flott fahren will, kann er die B472 benutzen“. Als geradezu absurd empfindet er es, dass man auf der Bundesstraße an einigen Stellen nur mit Tempo 30 fahren darf, weil die Begrenzungslinien noch nicht angebracht sind: „Auf einer so ausgebauten Straße ist das schon brutal langsam. Einige fahren da tatsächlich mit Tempo 30, und so kommt es immer wieder zu Harakiri-Überholsituationen.“

Zuhörer Mirko Dejung hakte an dieser Stelle in der Bürgerfragestunde ein. In der Langau gebe es immer mehr Kinder. Wenn Kinder unterwegs sind, sei die Gefahrenlage um ein Vielfaches höher als bei Erwachsenen: „Deshalb bietet der Gesetzgeber auch die Möglichkeit, dass man bei besonders Schutzbedürftigen deutlich von den Zahlen abweicht.“

Thema beschäftigt die Gemeinde schon lange

Geschäftsleiter Hans Keller merkte an, die Situation in der Langau beschäftige die Gemeinde schon lange, bereits unter seinem Vorgänger Andreas Mascher habe es etliche Ortstermine gegeben. An einer Kreisstraße habe die Gemeinde aber keinerlei Entscheidungsbefugnisse: „Wir können nur anstoßen. Prüfen und entscheiden muss das Landratsamt.“

Es sei möglich, in der Langau in beiden Richtungen ein Gefahrenzeichen „Fußgänger“ anzubringen. Denkbar sei vielleicht auch ein oranges Blinklicht, das mit einer Zeitschaltuhr verbunden ist. Dieses könnte abends eingeschaltet werden, wenn Kinder auf dem Fußballplatz trainieren.