Pferderücken statt Playstation: Karin Baumüller-Söder unterstützt „Pferde und Ponys in der Schule“

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Freut sich schon die ganze Woche auf die Zeit am Matthof: Schülerin Lena (8). © URSULA BAUMGART

Dank der Initiative „Pferde und Ponys in der Schule“ dürfen Grundschüler auf dem Matthof in Ismaning das Reiten lernen.

Anisa (7) und Lena (8) haben beide einen Striegel in der Hand. Behutsam streichen sie damit über das Fell von Camiro, einem gescheckten Pony-Wallach, der etwas kleiner ist als die Zweitklässler. Gleich wird der Gurt festgemacht, und dann dürfen die Mädchen eine Runde in der Halle der Reitschule Matthof in Ismaning reiten. Darauf freuen sich Anisa, Lena und ihre Mitschüler der Ganztagsklassen der Burmesterschule in Freimann schon die ganze Woche. Die rund 45 Kinder, aufgeteilt auf zwei Klassen, werden seit Schulbeginn jeden Dienstag im Wechsel mit dem Bus abgeholt und zu Bayerns größtem Reiterhof gebracht – möglich ist das Projekt dank der gemeinsamen Initiative „Pferde und Ponys in der Schule“ des Bayerischen Kultusministeriums und des Bayerischen Reit- und Fahrverbands (BRFV). Sie hat das Ziel, Kindern den Zugang zu Pferden und Ponys zu ermöglichen und deren persönliche sowie soziale Entwicklung zu fördern.

Sozialkompetenzen, Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme werden geschult

„Wir brauchen keine Kinder, die mit einer Playstation groß werden, sondern mit Tieren“, sagt Karin Baumüller-Söder, Unterstützerin der Initiative und Ehefrau des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, während der Vorstellung des Projekts auf dem Matthof. Baumüller-Söder ist selbst begeisterte Pferdefrau, ihre Tochter Selina Söder ist bis in die hohen Klassen des Dressursports erfolgreich. „Wir müssen es schaffen, dass Schüler wieder mehr mit der Natur verbunden sind.“ Dem stimmt Kultusministerin Anna Stolz (FW) zu, laut ihr haben Tiere eine große Wirkung auf die Schüler. „Durch solche Projekte wie dieses hier am Matthof lernen die Kinder die Welt nicht nur durch eine virtuelle Brille kennen, sondern mit allen Sinnen.“ Außerdem werden die Sozialkompetenz, das Verantwortungsbewusstsein, die Rücksichtnahme, die Wahrnehmung des eigenen Körpers, die Teamarbeit und die psychische und physische Gesundheit gestärkt.

Wir brauchen keine Kinder, die mit einer Playstation groß werden, sondern mit Tieren.

Die Idee, Grundschüler und Ponys zusammenzubringen, hatte Eva Kittmann. Sie ist Förderlehrerin an der Burmesterschule und Trainerin am Matthof mit dem Schwerpunkt Anfänger und Jugend. „Ich reite hier seit 20 Jahren“, so Kittmann. „Ich habe mir gedacht, wie schön wäre es, meine Schüler mit an den Matthof zu nehmen. Der Kontakt zu Pferden tut wahnsinnig gut. Nicht jeder hat die Möglichkeit, reiten zu lernen. Das ist leider ein teures Hobby.“ Auf die Eltern kommen bei diesem Projekt keine Kosten zu. Die Finanzierung ist auf mehrere Schultern verteilt. Ohne die Unterstützung von Sponsoren wie der Horst-Rohde-Stiftung, die dem Reit- und Fahrverein Matthof in Ismaning 4000 Euro überreicht hat, wäre die Aktion jedoch nicht möglich.

Ismaning Besuch am Matthof 
von li. --,Ulrike Arndt, Gerhard Eck, Eva Kittmann, Anna Stolz Kultusmini, Karin Baumüller-Söder, --, Jörg Breisky, Martina Blaha, Birgit Matt
Stehen hinter der Initiative (v.l.): Stellvertretende Schulleiterin Martina Hezel, Schulleiterin Ulrike Arndt, Präsident des BRFV, Gerhard Eck, Lehrerin Eva Kittmann, Kultusministerin Anna Stolz, Unterstützerin Karin Baumüller-Söder, Sabine Winterling (BRFV), Jörg Breisky von der Horst-Rohde-Stiftung, Martina Blaha (BRFV) und Reitschulinhaberin Birgit Matt. © URSULA BAUMGART

Camiros Fell ist mittlerweile sauber, und der Gurt ist festgezogen, auch die anderen sieben Ponys sind startklar. Drei Kinder teilen sich ein Tier, einer darf reiten, die anderen stehen neben dem Kopf und führen. Nach ein paar Runden wird gewechselt. Kittmann steht in der Mitte der Halle. „Streckt mal die Arme zur Seite wie ein Flugzeug“, sagt sie zu den Schülern. Jeder traut sich freihändig auf dem Pony zu sitzen. Die Lehrerin schaut in strahlende Gesichter.

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