Zwischen Januar und März entscheidet sich der Ernteerfolg. Experten erklären, welche Äste weg müssen und wie der Schnitt gelingt.
München – Ein regelmäßiger Baumschnitt ist entscheidend für die Gesundheit und den Ertrag von Apfelbäumen. Nur durch eine luftige Krone erhalten alle Früchte ausreichend Sonnenlicht und können optimal ausreifen. Zudem wird ein geschnittener Apfelbaum seltener von Pilzkrankheiten befallen und zeigt eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge.
Der richtige Schnitt hält den Baum nicht nur vital, sondern verhindert auch das Ausbrechen von Ästen unter der schweren Last der Früchte. Besonders zu lange, beschädigte sowie nach oben, unten oder innen wachsende Zweige neigen dazu, unter dem Gewicht der Äpfel zu brechen.
Apfelbäume: Der optimale Zeitpunkt für den Schnitt
Der beste Zeitpunkt für den Apfelbaumschnitt liegt zwischen Januar und März, bevor die ersten Knospen austreiben. In diesem Zeitraum ist der Baum in der Ruhephase und kann Schnittwunden optimal verheilen. Der aufsteigende Saft beschleunigt die Wundheilung und verhindert das Eindringen von Krankheitserregern.
Wichtig ist dabei, dass das Wetter trocken und nicht kälter als minus fünf Grad ist. Gartenexperten betonen, dass ab dem 1. März bis zum 30. September laut Bundesnaturschutzgesetz nur noch Pflege- und Formschnitte erlaubt sind, sofern keine Vögel im Baum brüten.
Grundregeln für den richtigen Schnitt
Beim Schneiden sollten Hobbygärtner systematisch vorgehen: Von oben nach unten arbeiten, um den Baum nicht unnötig zu verletzen. Zuerst werden große, dann kleine Äste entfernt. Bei größeren Ästen sollte nah an Verzweigungen oder am Stamm geschnitten werden, damit die Wunde besser verschließen kann.
Der Apfelbaum sollte die Form einer Pyramide haben – oben schmal und nach unten hin breiter. So gelangt ausreichend Licht an die unteren Teile des Baumes. Der Leittrieb in der Mitte bildet immer den höchsten Punkt und sollte sich zentral in der Krone befinden.
Apfelbaumschnitt: Was entfernt werden muss
Sich überkreuzende oder konkurrierende Äste werden entfernt, dabei fördert man solche mit vielen Knospen und wenig Verzweigungen. Besonders wichtig ist das Entfernen der sogenannten Wasserschosser – steil nach oben wachsende Triebe, die dem Baum unnötig Kraft entziehen und die Baumkrone verdichten, so Mein-schoener-garten.de.
Ein gut gepflegter Apfelbaum sollte nur etwa vier bis fünf große Hauptäste haben, an denen sich die fruchttragenden Seitenäste befinden. Wasserschosser können auf zwei Augen eingekürzt oder idealerweise im Sommer, wenn sie noch nicht verholzt sind, einfach abgerissen werden.
Unterschiede zwischen jungen und alten Bäumen
Bei jungen Apfelbäumen steht der Formschnitt im Vordergrund. In den ersten sieben Jahren werden im Februar oder März schwache und Konkurrenztriebe entfernt, um die spätere Kronenform festzulegen. Dabei konzentriert sich der Gärtner auf den Aufbau einer stabilen Grundstruktur.
Ab dem achten Jahr gilt der Baum als ausgewachsen. Dann geht es primär um den Erhaltungsschnitt, der die Vitalität der Gerüst- und Fruchttriebe bewahrt. Mein-schoener-garten.de empfiehlt für Spindelbäume jährliche Korrekturen, während große, alte Apfelbäume nur noch alle zwei bis drei Jahre geschnitten werden müssen.
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Sommerschnitt als Ergänzung
Neben dem klassischen Winterschnitt kann ein Sommerschnitt zwischen Ende Juni und Mitte Juli sinnvoll sein. Dieser dient vor allem dazu, stark wachsende Bäume zu bremsen und die Fruchtqualität zu verbessern. Beim Sommerschnitt werden hauptsächlich zu lange Seitentriebe eingekürzt und die Krone ausgelichtet.
Fazit: Ein regelmäßiger Schnitt erspart viel Arbeit. Wer nur alle paar Jahre schneidet, muss umso radikaler vorgehen, um den Apfelbaum wieder in Form zu bringen. Mit der richtigen Technik und dem optimalen Zeitpunkt steht einer reichen Apfelernte nichts im Wege. Auch diese Obstbäume sollten im Februar geschnitten werden. (Quellen: Mein-schoener-garten.de, eigene Recherche) (str)
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