Der große Stern ist schon von der Autobahn A99 aus zu sehen: Auf 44.500 Quadratmetern hat Mercedes-Benz kürzlich in Aschheim einen Standort für Lkw und Busse eröffnet mit Werkstatt und Ladesäulen.
Aschheim - An der Klausnerstraße in Aschheim sollte eigentlich einmal ein großer Schlachthof stehen. Den hat ein Bürgerentscheid vor neun Jahren verhindert. Jetzt wurde die letzte Baulücke zur Autobahn A99 durch die Eröffnung der Daimler Trucks für Vertrieb und Service von Lkw und Bussen geschlossen. Offiziell schnitten Niederlassungsleiter Markus Mittterhusen und Aschheims Bürgermeister Florian Meier das rote Band durch.
Ab sofort übernimmt das Mercedes-Benz-Nutzfahrzeugzentrum in Aschheim den Vertrieb und den Service für Lkw der Marken Mercedes-Benz und „Fuso“ sowie den Service von Bussen der Marken Mercedes-Benz und Setra, wie auch von Mercedes Transportern. Knapp eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich ist das neue Nutzfahrzeugzentrum nun offiziell in Betrieb. Das Grundstück hat eine Fläche von 44 500 Quadratmetern, auf 7100 Quadratmetern wurden fünf Gebäude für Werkstatt, Service und Vertrieb errichtet, 100 Mitarbeiter werden hier tätig sein.
In der 3200 Quadratmeter großen Werkstatt sind Hochvolt-Arbeitsplätze eingerichtet, um so die batterieelektrischen Modelle, wie etwa eActros 600 und eEconic, bedienen zu können. Ein variabler Arbeitsplatz macht es möglich, am Lkw-Fahrerhaus oder dem Omnibusdach zu arbeiten. Eingerichtet wurde ebenso ein Gasarbeitsplatz, hier können Wasserstoff-Fahrzeuge bedient werden. Insgesamt stehen 25 Standplätze für Lkw, Busse und Transporter zur Verfügung, mit einer Erweiterungsoption um zusätzliche neun Plätze. Für die Energieversorgung der Gebäude und Werkstatt wurde auf dem Dach eine PV-Anlage mit 754 Modulen installiert, die mit 450 MWp mehr als den eigenen Energiebedarf generiert. Diese Module versorgen die Elektro-Ladeplätze: sechs Ladesäulen mit zwölf Ladepunkten für Mitarbeiter- und Kunden-Pkw sowie vier Ladesäulen mit acht Ladepunkten für Lkw und Busse mit einer Ladekapazität von bis zu 400 kW. „Bei uns dürfen auch externe Lkw und Busse ihre Batterien laden, wenn Platz frei ist, denn so große Ladekapazitäten gibt es nicht viele“, sagte Mitterhusen. Er erinnerte an die zum Teil aufregende Bauphase mit irren Ideen des Stromlieferanten, immer mehr Tonnen an Stahl, die der Statiker verlangte und einem überfallartigen Angriff von Polizeieinheiten mit Hubschrauber, als bei Bodenverdichtungs-Maßnahmen die parallel verlaufende Kerosinleitung zum Flughafen Alarm schlug. „Aber wir wurden pünktlich fertig, haben in letzter Minute unseren Stern auf dem Turm in Richtung Autobahn gedreht, dass wirklich jeder Fahrer von Mercedes-Lkw oder -Bus sieht, wo er Hilfe, Service und Beratung bekommt“, so Mitterhusen.
Ausdrücklich dankte er der Aschheimer Bevölkerung, „ohne deren Ablehnung des Schlachthofes hätten wir niemals so einen tollen Standort bekommen.“ Auch Aschheims Bürgermeister Meier war froh, anstelle des Schlachthofs nun drei attraktive Ansiedlungen an der Klausnerstraße zu haben. „Ich war damals als Gemeinderat maßgeblich mit beteiligt, den Schlachthof zu verhindern. Jetzt haben wir hier Noris Network, DHL und Mercedes-Benz. Für die drei Firmen ein top Standort – vor allem für Mercedes mit der Nähe zur am stärksten befahrenen Autobahn in Deutschland – und für Aschheim wichtige, gesunde Gewerbesteuerzahler“, so Meier. Aus seiner Sicht werde der Lkw, egal wie betrieben, „immer das logistische Rückgrat der Wirtschaft bleiben. Daher brauchen wir diesen Standort“.