Stadt setzt auf Abschuss und fordert Freigabe zur Bejagung der Saatkrähen

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Vergrämungshelfer: Auch der Einsatz eines Falkners mit Greifvögeln ist zur Vertreibung von Krähen aus der Stadt geplant. Unser Symbolbild zeigt eine Krähe und einen Rotmilan. © MM/Archiv

Die Saatkrähen-Population in Dachau wächst rasant. Dank Pilotprojekt kann die Stadt nun zu drastischen Maßnahmen greifen. Die Maßnahmen gehen nun weiter.

Dachau – „Maßnahmen zur Saatkrähen-Vergrämung 2026“. Unter diesem Motto setzt die Stadt Dachau in diesem Jahr ihre Versuche fort, die Zahl der Vögel zu reduzieren. In einer Pressemitteilung verspricht die Stadt, ihre Bemühungen an die aktuelle Situation anzupassen. „Ziel ist es, die Belastungen für Anwohner zu reduzieren und gleichzeitig artenschutzrechtliche Vorgaben einzuhalten“, heißt es im Schreiben.

Die Saatkrähe ist an sich eine artenschutzrechtlich streng geschützte Tierart. In Dachau hat die Population in den vergangenen Jahren jedoch stark zugenommen (2022: 519 Brutpaare, 2023: 743, 2024: 832, 2025: 916). An zahlreichen Stellen nisten so viele Krähen, dass sie dort längst zu einer Belastung für Anwohner und Passanten geworden sind.

14 Saatkrähen wurden in Dachau bisher erlegt

Im vergangenen Jahr wurde die Stadt Dachau in ein wissenschaftliches Pilotprojekt aufgenommen. In dessen Rahmen wurden der Stadt verschiedene Vergrämungsmaßnahmen bis hin zur Tötung einzelner Tiere erlaubt. Wie die Dachauer Nachrichten berichteten, wurden bei dieser Studie des bayerischen Landesamts für Umweltschutz Abschüsse getestet. 14 von insgesamt 3700 Vögeln in der Stadt wurden erlegt. Laut Experten ist der Abschuss geeignet, um einzelne Areale von den Krähen zu befreien, der Bestand insgesamt kann aber nicht reduziert werden.

In Dachau-Ost wird nun auch aktiv vergrämt

In Dachau-West wird die bereits erprobte aktive Vergrämung ausgeweitet. „Diese umfasst den Einsatz eines Falkners mit Greifvögeln sowie – in begrenztem Umfang und unter strengen rechtlichen Vorgaben – die letale Entnahme einzelner Individuen“, so die Stadt. Die Kombination dieser Maßnahmen habe sich in der Vergangenheit als wirksam erwiesen, um Brutplätze nachhaltig zu verlagern.

Auch in Dachau-Ost kommen diese Maßnahmen erstmals zum Einsatz. „Ziel ist es, eine frühzeitige Ansiedlung größerer Kolonien zu verhindern“, sagt die Stadt. Die Maßnahmen starteten bereits im Februar, um möglichst früh in den Brutzyklus der Saatkrähen einzugreifen. Im Bereich Dachau-Ost wurden bereits erste Begehungen durchgeführt, um geeignete Einsatzbereiche festzulegen und die Maßnahmen vorzubereiten.

OB Hartmann bittet um Ausnahmeverordnung für Bejagung

Die Stadt Dachau werde die Entwicklung weiterhin beobachten und die Maßnahmen bei Bedarf anpassen. Außerdem habe sich der Oberbürgermeister Florian Hartmann an den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber und die beiden Dachauer Landtagsabgeordneten Johann Groß (Freie Wähler) und Bernhard Seidenath (CSU) gewandt mit der dringenden Forderung, die Saatkrähe in die Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung des Freistaat Bayern aufzunehmen und damit eine Bejagung der Saatkrähe in Dachau endlich zu ermöglichen.