Stau-Ärger bald adé: Termin für Verkehrsfreigabe der B2 nun bekannt

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Stau bis nach Klais: Diese Bilder an der Schwabekurve sind ab Freitag passé. © FOTOPRESS THOMAS SEHR

Die Bundesstraße 2 bei Garmisch-Partenkirchen, die wegen eines Hangrutsches gesperrt war, wird bald wieder freigegeben. Die Arbeiten sind nahezu abgeschlossen. Das bringt Erleichterung für Pendler und Urlauber.

Mitten in den Pfingstferien kam die böse Überraschung. Im Bereich der Schwabekurve an der Bundesstraße 2 südlich von Garmisch-Partenkirchen rutschte ein ganzer Hang hinab, Teile der Straße sind weggebrochen. Glück im Unglück war, dass zumindest keine Verkehrsteilnehmer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Nun, fast zwei Monate später, sind die Arbeiten weitestgehend abgeschlossen. Der Hang ist gesichert, es fehlen nur noch die neuen Leitplanken. „Am Freitag werden wir fertig sein“, sagt Martin Herda, Abteilungsleiter Süd des Staatlichen Bauamts in Weilheim. Das Aufatmen bei Pendlern und Urlaubern ist groß – denn das bedeutet auch, dass die Straße endlich wieder zur Gänze für den Verkehr freigegeben wird, die Ampeln verschwinden. Und das glücklicherweise noch vor Beginn der großen Sommerferien.

Die Signalschaltung sorgte nicht zuletzt am vergangenen Wochenende für Stirnrunzeln und wutentbrannte Gesichter. Am Sonntag reichte der Stau in Richtung Garmisch-Partenkirchen bis nach Klais zurück. Herda hat die Blechkolonnen selbst gesehen, als der Fachmann privat im Landkreis unterwegs war. Nicht wenige Autofahrer ließen in den sozialen Medien ihrem Frust freien Lauf. Viele kritisierten, dass die Zeitschaltung der Ampel unverhältnismäßig sei. „In der einen Richtung staut es sich zurück bis nach Klais, hunderte von Autos! In der anderen Richtung stehen nur ein paar Autos“, brüskierte sich ein Facebook-User. „Wo ist da die sogenannte intelligente Ampelschaltung?“

Modernstes Ampelsystem

Tatsächlich ist das Ampelsystem an der Hangrutsch-Baustelle „das modernste, das es gerade auf dem Markt gibt“, sagt Herda. Sie misst, wenn in einer Grünphase keine Autos mehr an der Baustelle vorbeifahren und schaltet entsprechend wieder um. Sie verhindert quasi einen Leerlauf. „Allerdings gibt es noch keine Möglichkeit, die Staulänge zuverlässig zu messen und in entsprechend längere Grünphasen zu schalten.“

Zudem kommt die schiere Masse an Fahrzeugen, die an schönen Wochenenden über den Landkreis hereinbrechen. „Von Freitag bis Sonntag haben wir zwischen den Tunnels Oberau und Farchant über 28 000 Fahrzeuge gezählt“, sagt Herda. Das sei aber nicht einmal ein Spitzenwert: Dieser liegt bei unfassbaren 30 000 Autos am Tag. „Die Ampel an der Schwabekurve schafft bis zu 1500 Fahrzeuge in der Stunde.“ Doch wenn, wie am Sonntag passiert, plötzlich das Wetter umschlägt und alle Sommerfrischler in den Freibädern und von den Seen gleichzeitig mit dem Auto vor dem Gewitter nach Hause fliehen, gibt's Chaos.

Doch ist dieses Problem ab Freitag Geschichte. „Unterm Strich haben die vergangenen Wochen gut funktioniert“, sagt Herda. Die Maßnahme hat insgesamt 350 000 Euro gekostet. Freie Straßen in den kommenden Jahren wird es aber trotzdem nur bedingt geben. Denn das Staatliche Bauamt schielt bereits nach Tirol, wo im kommenden Jahr an der Brenner-Tangente Brückensanierungsarbeiten im Wipptal anstehen – samt einspuriger Verkehrsführung der Autobahn. Experten vermuten einen Massenstau, der bis in den Landkreis Garmisch-Partenkirchen reichen wird. „Ob und wie wir darauf reagieren, ist noch offen“, sagt Herda. Die deutsche Behörde will erst schauen, was auf österreichischer Seite für Maßnahmen ergriffen werden – denn Tirol könnte mit Blockabfertigungen oder Dosierampeln auf die Verkehrsmassen aus Deutschland reagieren.

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