Keime im Trinkwasser in Baierbrunn: Bürgermeister hofft auf schnelle Besserung

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Das Wasser in Baierbrunn wird derzeit gechlort und muss bis auf Weiteres abgekocht werden. (Symbolbild) © Lino Mirgeler

Nachdem im Trinkwasser von Baierbrunn coliforme Bakterien gefunden wurden, versucht die Gemeinde mit allen Mitteln, die Qualität des Wassers wiederherzustellen und die Bürger vor Gesundheitsgefahren zu bewahren. Dabei lobt Bürgermeister Patrick Ott vor allem das gut funktionierende Krisenmanagement.

Baierbrunn - Es erinnerte an einen Katastrophenfall: Feuerwehrautos fuhren am Freitagnachmittag durch Baierbrunn, aus elektronischen Lautsprechern ertönte ein Warnhinweis, während die Drucker im Rathaus auf Hochtouren liefen, damit jeder Haushalt mit einem Flugzettel über die Wasser-Situation der Gemeinde informiert werden konnte. Denn bei Routine-Untersuchungen am Hochbehälter wurden coliforme Bakterien im Trinkwasser entdeckt (wir berichteten). Laut Bürgermeister Patrick Ott zwar kein Grund zur Panik, die Gemeinde habe jedoch sofortige Maßnahmen ergriffen, um die Ursache zu klären und die Sicherheit für die Bürger zu gewährleisten. Besonders stolz sei Ott auf das gute Krisenmanagement, das in solchen Fällen automatisch greift. „Es ist schön zu sehen, dass solche Sonderszenarien in der Praxis funktionieren.“

Bürger sollen Wasser weiterhin abkochen

Die Bakterien seien der Gemeinde vor einigen Tagen bei der Untersuchung am Hochbehälter, die viermal im Jahr durchgeführt wird, aufgefallen. „Wir haben dann sofort das Gesundheitsamt informiert, das bei einer eigenen Messung ebenfalls Abweichungen festgestellt hat“, sagt Ott. Am Freitag um 12 Uhr hat die Behörde der Kommune das Ergebnis mitgeteilt, die daraufhin sofort gehandelt hat. „Ich habe den Feuerwehrkommandanten ins Rathaus gerufen. Keine Stunde später sind die ersten Fahrzeuge – auch aus den Nachbarorten – mit Lautsprecherdurchsagen durch Baierbrunn gefahren.“ Außerdem wurde eine umgehende Spül- und Desinfektionsmaßnahme mit Chlor eingeleitet, um die Qualität des Wassers sicherzustellen. Das Gesundheitsamt bittet, bis auf Weiteres das Wasser abzukochen, um Gesundheitsgefahren auszuschließen.

Unklar, woher Verunreinigung kommt

Woher die Verunreinigung kommt, ist unklar. „Das kann ein Erreger wie etwa ein kleines Tierchen gewesen sein, das irgendwie in den Hochbehälter gekommen ist. Doch wir wissen es nicht genau.“ Ott hofft, dass nach der Chlorung das Wasser wieder bakterienfrei ist. Gestern und heute finden neue Messungen statt. „Wenn alles gut ist, können wir den Warnhinweis wieder aufheben.“ Trotzdem wird die Qualität auch in den kommenden Wochen kontrolliert. Sollten die Messungen immer noch Abweichungen ergeben, muss weiter gehandelt werden.

Bürger aus den Nachbarkommunen müssen sich keine Gedanken bezüglich ihrer Trinkwasserqualität machen. „Wir haben kein gemeinsames Wassernetz“, sagt Ott. In Baierbrunn sei ihm kein aufgrund des Wassers Erkrankter bekannt.

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