Truger sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Dass sich junge Menschen sorgen, ist das Resultat von massiven Kampagnen, die behaupten, die Rente stehe kurz vor dem Kollaps und alles sei katastrophal. Das ist nicht der Fall.“ Allerdings rechnet auch er mit einem Anstieg der Beiträge.
Die gesetzliche Rente werde aber die wichtigste Säule bei der Altersvorsorge bleiben, betonte er. „Sie so schlechtzureden, führt zu Verunsicherung und ist damit übrigens auch Gift für die Konjunktur.“ Richtig sei, dass es durch den demografischen Wandel mehr Alte und weniger Junge gebe. „Die ganze Debatte um die Rente halte ich aber für komplett übertrieben.“
Zwar rechne er mit einem Anstieg der Beiträge, doch es gebe noch viele Stellschrauben, um das System zu stabilisieren, sagte Truger. Als Beispiel nannte er etwa die Einbeziehung von Selbständigen, die bisher nicht abgesichert sind. Der Idee, das Renteneintrittsalter an die Anzahl der Beitragsjahre zu koppeln, kann der Ökonom zwar etwas abgewinnen. Er warnte zugleich: „Aber daran stört mich, dass Frauen stark belastet würden, weil sie meist größere Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie haben.“