Heimatstunde macht den Auftakt – Kinderfestausschuss und Fischertagsverein feierten gemeinsam

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Die Memminger Trommlerbuben eröffneten die Heimatstunde im Innenhof des Antonierhauses. © Manfred Schilder

Der Memminger Kinderfestausschuss und der Fischertagsverein stimmten gemeinsam mit der Heimatstunde auf die anstehenden Feste ein.

Memmingen – Die Memminger Heimatfeste mit Kinderfest und Fischertag wurden von den Trommlerbuben mit Trommeln und Pfeifen „eingeläutet“. Spätestens da kam bei den Memmingern das berühmte „Kribbeln“, das die Heimatfeste auslösen, auf.

Dagmar Trieb, Vorsitzende des Kinderfestausschusses, und Thorsten Burghart, 1. Vorstand des Fischertagsvereins, begrüßten die Gäste im historischen Innenhof.

Konstanze Kraus, Leiterin der städtischen Sing- und Musikschule, begleitete anschließend mit der Harfe die Kinder der Musikschule beim ersten Lied des diesjährigen Kinderfestes.

In seinem Grußwort betonte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher die Bedeutung der Heimatfeste für die Maustadt. Er ging auch auf das Angebot der Tierschutzorganisation Peta ein, die eine hohe Geldsumme bot, wenn keine Fische mehr gefangen und getötet würden. „Der Fischertag ist unbezahlbar und deshalb werden wir ihn auch so belassen“, kommentierte Rothenbacher unter lang anhaltendem Beifall.

Nach einem weiteren Lied der Kinder trat Melanie Kamcke als „Fanny Nägele“ auf. Im diesjährigen Fischertagstheater „Koi Frau, koin Job“ spielt sie die Putzfrau des Finanzmanagers und Herzensbrechers Olli König. Sie verriet wenig über das Stück, da die Premiere noch bevorstand, machte aber neugierig. Mit dem traditionellen Kinderfestlied „Rings im Kranze“ war die Einstimmung auf die Heimatfeste endgültig gelungen.

Heimatstunde macht den Auftakt – Fassanstich von OB Rothenbacher sitzt

Oberbürgermeister Jan Rothenbacher durfte sich – nach der verzwickten Situation beim 50. Stadtfest – erneut beim Fassanstich erproben, der ihm dieses Mal mit zwei Schlägen erfolgreich gelang. Zuvor hatte Ulrich Zimmermann von der Ehinger Berg-Brauerei, dem Brauereipartner der Heimatfeste, dem Fischertagsverein für die gute Zusammenarbeit gedankt.

Abschließend blickte Thorsten Burghart auf die Vereinsgründung vor 125 Jahren zurück. Wurde der Verein damals durch 256 engagierte Menschen ins Leben gerufen, kann dieser heute auf über 4.200 Mitglieder stolz sein. Das Ziel der Vereinsgründung „etwas Bleibendes für alle“ ins Leben zu rufen, wurde bekannterweise erfüllt. Die Heimatstunde endete mit dem Auszug der Trommlerbuben, kurz bevor ein Regenschauer einsetzte.

Fischerversammlung in der Stadthalle – 125 Jahre Fischertagsverein

Tags darauf fand pünktlich zehn Tage vor dem Fischertag die traditionelle Fischerversammlung statt. Wegen der Ausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte anlässlich dem Memminger Jubiläumsjahr „500 Jahre Zwölf Artikel“ im Dietrich-Bonhoeffer-Haus zog die Versammlung in die Stadthalle um.

Die Resonanz war beachtlich: Rund 500 Gäste, darunter Stadtbachfischer und -fischerinnen, Wallensteiner sowie Ehrenmitglieder kamen. Auch diese Versammlung wurde mit dem Einzug der Trommlerbuben eröffnet, die sich auf der größeren Bühne sichtlich wohlfühlten.

Moderator Bernd Käser begrüßte das Fischervolk und den amtierenden Fischerkönig „Ruben I., der Advokat“ (Ruben Freisinger). Begleitet wurde er von Truchsess Peter Haslach und Mundschenk Andreas Funke. In einer Gedenkminute wurde der verstorbenen Mitglieder gedacht, darunter Robert Bilgram und der langjährige Gruppenleiter Christian Feiner.

Fischerversammlung in der Stadthalle – 125 Jahre Fischertagsverein

Bürgermeisterin Margareta Böckh gratulierte in Vertretung des Oberbürgermeisters zum 125-jährigen Jubiläum und bezeichnete den Fischertagsverein als einen der prägendsten der Stadt. Der 1. Vorsitzende Thorsten Burghart ergänzte, der Verein werde den Fischertag auch die nächsten 125 Jahre veranstalten. Auch er konnte sich eine „Spitze“ gegen das Angebot der Tierschutzorganisation Peta nicht verkneifen. „125.000 Euro wurden dem Fischertagsverein geboten, wenn wir auf das Ausfischen verzichten und einen ‚veganen Fischertag‘ ausrichten. Es ist zwar ein nettes Angebot, aber wir als Verein pflegen und richten Tradition sowie Brauchtum aus.“ Das Angebot wies er entschieden zurück. Tradition und Brauchtum seien laut Burghart nicht mit Geld aufzuwiegen, was die Gäste mit tosendem Beifall quittierten.

Fischerversammlung – Neue Gruppenleitung ad interim

Nach dem unerwartet frühen Tod von Christian Feiner übernimmt sein Stellvertreter Stefan Schauppel die Leitung der Fischergruppe kommissarisch bis zur Neuwahl 2026. Schauppel berichtete von einem Zuwachs auf 1.834 Mitglieder und erinnerte an die Verhaltens- und Tierschutzregeln sowie den korrekten Umgang mit den gefangenen Forellen.

Fischermeister Wolfgang Zettler bestätigte den guten Zustand der „Jubiläumsforellen“ und wünschte allen einen „guten Fang“.

Stadtführerin Elisabeth Breternitz stellte die spezielle Themenführung zur Geschichte des Fischertags vor. Anschließend informierte Oberfischer Jürgen Kolb über den Jubiläumsfischertag. Dabei betonte er humorvoll, dass gefangene Bisamratten, die aktuell in größerer Zahl den Bach bevölkerten, nicht zählen würden. Zum Abschluss stimmte Fischerkönig „Ruben I., der Advokat“ den Schmotzmarsch an, den das Fischervolk mitsang.

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