In der Crunch-Time ließ die Leistung der Stars beim FC Bayern nach. Profis waren verletzt oder im Formtief. Ein großes Problem für die Münchner.
München – Wenn Topteams in der Champions League Erfolg haben, können sie sich meistens auf über zehn Spieler verlassen. Dabei geht es um eine eingespielte Achse auf dem Feld, gute Joker und Spieler, die kaum verletzt sind. Auch muss der Kader durch Mentalitäts- und Unterschiedsspieler angereichert sein.
Der FC Bayern muss auf die Suche nach verlässlichen Spielern gehen
Von all diesen Elementen hat es im Kader des FC Bayern ein wenig gefehlt, um nach der Champions-League-Krone zu greifen. Eine Kernfrage für die neue Saison wird lauten: Auf wen kann sich die Mannschaft verlassen?
Wer kommt nahezu verletzungsfrei durch eine Saison? Wer spielt immer gut – und meistens sehr gut? Wer bringt Mentalität mit? Und wer kann am Ende bedeutende Spiele entscheiden?
Müller und Dier verlassen München
Blickt man auf den Kader der Münchner, sind immer weniger Spieler der Kategorie „verlässlich“ zu erkennen.
Hinzu kommt, dass Angreifer Thomas Müller (kein neuer Vertrag) und Verteidiger Eric Dier (besseres Angebot aus Monaco) den Klub verlassen werden. Das Duo zählte genau zur Kategorie „verlässlich“. Wer bleibt noch übrig im Kader des FC Bayern?
Auf Konrad Laimer ist Verlass
Defensiv-Allrounder Konrad Laimer gehört in jedem Fall zu den verlässlichen Spielern beim FC Bayern. Der Österreicher arbeitet für die Mannschaft als Rechtsverteidiger oder im defensiven Mittelfeld, man weiß, was man von ihm bekommt. Der Lohn: 40 Pflichtspieleinsätze im Starkader der Münchner.
Stanisic als „local hero“
Mal links, mal rechts: Josip Stanisic wurde in dieser Saison in der Defensive da eingesetzt, wo er gebraucht wurde. Mit raffinierten Pässen, die er bei seiner Leihe in Leverkusen verfeinert hat, trägt der Münchner auch zum Spielaufbau erheblich bei. Als „local hero“ ist der Deutsch-Kroate bei den Münchnern gesetzt, auch wenn es nicht immer für einen Startelfplatz reicht.
Kimmich als Anführer beim FC Bayern
Joshua Kimmich hat zwar zweimal empfindlich gegen Inter Mailand gepatzt, aber Kimmich ist der zentrale Feldspieler des FC Bayern. Seine Gewinner-Mentalität versucht er auf alle Teamkollegen zu übertragen. Auf den künftigen Kapitän ist auch physisch Verlass: Er spielt am häufigsten (über 4000 Minuten) und spult die meisten Kilometer (über 366) bei den Bayern ab.
Olise als Volltreffer unter den Zugängen
Unter Bayerns Neuzugängen war Michael Olise ein Volltreffer. Der Franzose dribbelt und scort. 27 Scorer-Punkte in der Bundesliga bedeutet Platz zwei. Nur ein Teamkollege ist besser.
Kane scort zuverlässig
Auf Harry Kane ist im Sturmzentrum Verlass. Er ist die große Persönlichkeit beim FC Bayern und mit 35 Torbeteiligungen ist er der Topscorer der Bundesliga. Dass er im Viertelfinal-Hinspiel gegen Inter Mailand eine Großchance vergab, ist Pech. Dennoch ist der Engländer ein verlässlicher Spieler bei den Münchnern.
Musiala ist der Unterschiedsspieler des FC Bayern
Etwas mit dem Verletzungspech zu kämpfen hat Jamal Musiala. Bereits Ex-Coach Thomas Tuchel mahnte dahingehend mehr Konstanz an. Doch wenn Musiala am Ball ist, ist er der Unterschiedsspieler von Bayern München.
Torwart Manuel Neuer enttäuscht und patzt
Auf weitere gut verdienende Stars beim FC Bayern ist kaum Verlass. Leroy Sané ruft zu selten sein Potenzial ab, Torwart und Kapitän Manuel begeht schwere Fehler (CL-Halbfinale in Madrid 2024, DFB-Pokal-Rot gegen Leverkusen) und ist oft und lange verletzt.
Verteidiger Alphonso Davies wirkt mit einer Trunkenheitsfahrt, Verletzungen und langem Vertragspoker auch noch nicht als Konstante im Klub. Aleksandar Pavlovic ist noch zu oft krank, hat aber das Potenzial, um eine verlässliche Säule des FC Bayern zu werden.
Die Verantwortlichen des FC Bayern müssen sich für den Sommer-Transfermarkt jedenfalls fragen, wie sie ihr Team auch mit verlässlichen Profis wieder auffüllen und verstärken können. Denn nur so klappt der Angriff auf den Champions-League-Thron.