Siglinde Becker aus Au hat den Verdienstorden der Bundesrepublik erhalten. Für eine Lebensleistung, die ihresgleichen sucht, gab es höchstes Lob vom Landrat.
Au/Hallertau - Für ihr außergewöhnliches soziales Engagement ist Siglinde Becker aus Au mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Landrat Helmut Petz überreichte der 84-Jährigen die hohe Auszeichnung im Rahmen einer kleinen Zeremonie im Landratsamt Freising und würdigte damit eine Lebensleistung, die ihresgleichen sucht.
Siglinde Becker hatte von 1985 bis 2019 – ganze 34 Jahre lang – einen schwerstbehinderten Mann gepflegt, den sie zuvor gar nicht persönlich gekannt hatte. Tag und Nacht war sie für ihn da, kümmerte sich liebevoll um alle Belange. Eigene Wünsche und Interessen stellte sie konsequent zurück, um dem ihr anvertrauten, selbst nur sehr eingeschränkt handlungsfähigen Menschen ein würdevolles Leben in Geborgenheit zu ermöglichen.
„Frau Becker hat mit ihrem jahrzehntelangen Einsatz ein beeindruckendes Zeichen von Mitmenschlichkeit gesetzt. Sie hat erlebt, was es bedeutet, nahezu vollständig die Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen, hat darin aber nichts Besonderes gesehen“, betonte Landrat Helmut Petz. „Solche Menschen sind das stille Rückgrat unserer Gesellschaft.“
Auch nach dem Tod des von ihr betreuten Mannes 2019 lebt Siglinde Becker weiter in Au. Der Verdienstorden ist die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl.
ft