Schuld-Momente in Crans-Montana könnten verjähren: Bar-Betreiber mit deutlicher Reaktion

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Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana könnte in den Ermittlungen eine Verjährung wichtig werden. Doch die Club-Besitzer machen Betroffenen ein Versprechen.

Crans-Montana – Im Zuge der Ermittlungen zur Silvester-Tragödie in Crans-Montana spielt der Zeitpunkt des Umbaus des Clubs eine entscheidende Rolle. Die Betreiber des Clubs haben den Betroffenen jedoch ein Versprechen gegeben.

Wann wurde im „Le Constellation“ genau umgebaut? Eigentlich eine entscheidende Frage, aber die Besitzer wollen auf jeden Fall eine Entschädigung zahlen.
Wann wurde im „Le Constellation“ genau umgebaut? Eigentlich eine entscheidende Frage, aber die Besitzer wollen auf jeden Fall eine Entschädigung zahlen. © Le Parisien/Arnaud Journois/Imago

Die Untersuchungen gegen Jacques und Jessica Moretti, die Betreiber der Bar Le Constellation in Crans-Montana, dauern nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht an. Ihnen wird unter anderem fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen, da die Brandschutzmaßnahmen im Club unzureichend waren.

Ehepaar Moretti verspricht Betroffenen und Angehörigen nach Brandkatastrophe in Crans-Montana Entschädigung

Juristinnen und Juristen weisen darauf hin, dass die Schuld der Betreiber aufgrund von Sorgfaltspflichtverletzungen möglicherweise bereits verjährt ist, da der letzte Umbau vor einem Jahrzehnt stattfand. In diesem Zusammenhang haben sich die Barbetreiber mit einem Versprechen an die Verletzten und die Familien der Todesopfer gewandt, wie der Corriere della Sera nun berichtet.

Die Betreiber der Bar Le Constellation, das Ehepaar Moretti, haben laut der italienischen Zeitung Corriere della Sera zugesichert, die Opfer der Brandkatastrophe und die Familien der Verstorbenen angemessen zu entschädigen. Dies gelte auch, falls die Ermittlungen ergeben sollten, dass die Schuld des Ehepaars bereits verjährt ist.

Ob tatsächlich eine Verjährung vorliegt, wird erst nach Abschluss der Ermittlungen zur Silvester-Brandkatastrophe in Crans-Montana feststehen. Laut der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) ist noch unklar, wie oft das Lokal kontrolliert wurde. Frühere Aussagen dazu seien widersprüchlich gewesen. Sollten bei Kontrollen nach 2015 Mängel festgestellt worden sein, die nicht behoben wurden, könnte die Verjährung noch nicht eingetreten sein, so der Zürcher Strafrechtsprofessor Felix Bommer.

Club-Besitzer wollen Mitgefühl mit Betroffenen der Tragödie in Crans-Montana zeigen

Der Kanton Wallis hat Italien die Erlaubnis erteilt, im Fall Crans-Montana Rechtshilfe zu leisten. Für das Ehepaar Moretti ist der Verzicht auf die Verjährung ein Zeichen der Verantwortung gegenüber den Opfern und Hinterbliebenen. Jessica Moretti erklärte Ende Januar nach einer Anhörung in Sitten, dass sie sich verpflichtet fühlen, den Opfern, an die sie täglich denken, gerecht zu werden, und dass sie viel von den Ermittlungen erwarten, wie sie dem italienischen Sender Tg1 sagte.

Der Verzicht auf die Verjährungsfrist, wie es das Schweizer Recht erlaubt, ist kein Schuldeingeständnis. Er ist zeitlich begrenzt (13 Monate für Gemeinde und Kanton, 23 Monate für die Morettis) und betrifft nur die Opfer und deren Familien, die einen Antrag gestellt haben. Laut Corriere della Sera gibt es jedoch noch 50 bis 60 Geschädigte, die sich nicht gemeldet haben.

Die Brandkatastrophe am Silvesterabend forderte das Leben 40 junger Menschen und verletzte 116 weitere, viele davon schwer. Etwa einen Monat nach der Katastrophe wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis Italien Rechtshilfe gewährt hat, da viele der Opfer Italiener waren. Dies geschah auf Ersuchen der Staatsanwälte in Rom. (Quellen: Corriere della Sera, NZZ, Tg1)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/welt/crans-montana-bar-betreiber-senden-signal-an-betroffenen-94157409.html