Mit aufgesprühten Symbolen in Neongrün macht Holzkirchen auf eine gefährliche Unsitte aufmerksam: Geisterradler sollen künftig schneller erkennen, dass sie auf der falschen Seite unterwegs sind.
Holzkirchen – Fahrradfahren entgegen der Fahrtrichtung ist gefährlich: Sogenannte Geisterradler bringen andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst in Gefahr. Die Marktgemeinde Holzkirchen geht das Problem nun aktiv an und versieht stark frequentierte Wege mit aufgesprühten Hinweisen: Ein Geist kombiniert mit dem Schriftzug: „Geisterradler?! Bitte Seite wechseln“.
Wer das lesen kann, ist auf der falschen Straßenseite unterwegs und sollte so schnell wie möglich wechseln, heißt es in einer Pressemitteilung. Radwege dürfen grundsätzlich nur in der vorgesehenen Fahrtrichtung benutzt werden – es sei denn, sie sind ausdrücklich für beide Richtungen freigegeben.
Gefahr an Einmündungen und Kreuzungen
„Auf vielen Wegen in Holzkirchen, zum Beispiel in der Rosenheimer Straße im Bereich des Bahnübergangs, begegnen uns Geisterradler – sprich Radfahrer, die verbotenerweise entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind“, erklärt Tim Coldewey, Mobilitätsmanager der Marktgemeinde. „Das birgt erhebliche Gefahren: Autofahrer, die abbiegen oder aus Grundstückseinfahrten kommen, schauen in der Regel nur in die Richtung des regulären Verkehrs.“ Radler, die von der falschen Seite kommen, würden oft zu spät gesehen – oder gar nicht erwartet.
Eltern sollen mit Kindern üben
Das kann zu schweren Unfällen führen, insbesondere an Einmündungen, Ausfahrten und Kreuzungen. Gerade zum Schulanfang sei es somit wichtig, auf der korrekten Seite zu fahren. Die Gemeinde appelliert an Eltern, dies mit ihren Kindern ausreichend zu üben.
Idee aus Bayernweitem Netzwerk
Die Idee zu den Schablonen stammt aus dem Ideen-Netzwerk der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AGFK). Für Holzkirchen wurde die Vorlage vom FabLab in Gmund mit einem Laserplotter gefertigt. Finanziert wurde das Geisterradler-Projekt teilweise mit Preisgeldern aus dem Wettbewerb Stadtradeln.