Ricarda Lang empört sich wegen zu teurem Deutschlandticket

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Das Deutschlandticket soll künftig 58 Euro kosten. Grünen-Chefin Ricarda Lang ist mit dem Beschluss unzufrieden.

Stuttgart - Ein Zugticket, das Deutschland aufmischte. 2022 war es, als die Bundesregierung das sogenannte 9-Euro-Ticket einführte, um nach stark gestiegenen Energiekosten die Bevölkerung zu entlasten. 52 Millionen Mal wurde es verkauft; Familien machten zahlreiche Ausflüge und Punks sorgten auf Sylt für Wirbel. Ein Hype, der sich mit dem 49-Euro-Ticket nicht mehr fortsetzte. Dennoch nutzten es weiterhin mehr als elf Millionen Menschen.

Ricarda Lang hält Preiserhöhung des Deutschland-Tickets für falsch

Ab 1. Januar wird das Abo jedoch nochmal um neun Euro teurer und somit weniger attraktiv. Mit diesem Beschluss, den die Verkehrsminister der Länder zu verantworten haben, kann Grünen-Chefin Ricarda Lang nichts anfangen. „Das Deutschlandticket ist so erfolgreich, weil es bezahlbar ist“, schreibt sie auf X (ehemals Twitter). Deshalb sei eine Erhöhung „in einer Zeit, wo viele Menschen jeden Euro zweimal umdrehen müssen, falsch“, so die 30-Jährige weiter. Dann machte die Politikerin einen Vorschlag zur Güte: „Bund und Länder sollten überlegen, wie eine stabile Finanzierung und zum Beispiel mehr Job-Tickets gelingen können.“

Ricarda Lang spricht sich gegen die Preiserhöhung des Deutschlandtickets aus.
Ricarda Lang (Grüne) spricht sich gegen die Preiserhöhung des Deutschlandtickets aus. © IMAGO/Bernd Elmenthaler

Baden-Württembergs Verkehrsminister Hermann spricht von „grausamen Entscheidungen“

Eine Kritik, die Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, offenbar nicht nachvollziehen kann. Gegenüber der dpa sagte er: „Die Einigung auf der Sonder-Verkehrsministerkonferenz zeigt, dass die Länder am Erfolgsmodell Deutschlandticket festhalten und weiterentwickeln wollen.“ Darüber hinaus sei er der Meinung, es sei gelungen, „das Ticket weiter attraktiv zu halten und die Finanzierung auf solidere Füße zu stellen.“

Durch das günstige Angebot eines Deutschlandtickets entstehen hohe Einbußen. Bund und Länder hatten sich ursprünglich darauf geeinigt, sich diese Kosten zu teilen. Bei dem neuerlichen Entschluss hielt sich der Bund dagegen raus, was unter anderem Winfried Hermann (Grüne), Verkehrsminister in Baden-Württemberg, kritisierte. Der mahnte an, dass er selbst im reichen Baden-Württemberg „grausame Entscheidungen“ treffen müsse, wenn sich an den Regionalisierungsmitteln nichts ändern sollte. Mit der Preiserhöhung jetzt sollen die Staatskassen entlastet werden.

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