Neue Attraktionen sind für Freizeitparks wichtig. Doch wenn die Großprojekte zu scheitern drohen, wird es schnell teuer. Nun gibt es Wirbel um den Serengeti-Park in Niedersachsen.
Hodenhagen – Der Serengeti-Park im niedersächsischen Hodenhagen will mit neuen Attraktionen für Aufsehen sorgen. Doch die große Achterbahn Godzimba steht still – und das seit vier Jahren. Es habe immer wieder Probleme bei der Zulassung gegeben, berichtet die Bild-Zeitung, die mit Park-Chef Fabrizio Sepe gesprochen hat.
Serengeti-Park im Achterbahn-Drama: „Für einen mittelständischen Familienbetrieb eine Katastrophe“
Die Herstellerfirma schiebe ihm zufolge die Schuld auf die Metallbaufirma – keiner wolle die Verantwortung übernehmen. Die Kosten belaufen sich mittlerweile auf 7,9 Millionen Euro. Sepe sagte dazu der Zeitung: „Für einen mittelständischen Familienbetrieb eine Katastrophe.“ Die einzige Chance sei, aus dem Vertrag herauszukommen. Aber für einen Neuanfang bräuchte der Park die Daten für die Steuerung des Air Loop, die die Konstruktionsfirma für sich behalte. Der Park-Chef sagte dazu der Bild: „Wir sind am Tropf und bluten langsam aus!“
Dazu kommt ein weiteres Großprojekt: Ein alter Bundeswehr-Airbus soll nächsten Sommer im Serengeti-Park ein neues Restaurant beherbergen. Doch zuvor gab es jahrelang Streit um den Transport des Flugzeugs und eine mögliche Beschädigung der Natur.
Nun kostet der Transport des Airbus über 49 Kilometer vom Flughafen Hannover nach Hodenhagen statt den ursprünglich kalkulierten 250.000 Euro nun 400.000 Euro, wie die Bild berichtet. Dazu kommen laut der Zeitung noch 260.000 Euro hinzu, weil entlang der Strecke Äste von Bäumen hochgebunden werden müssen.
„Am Ende wird uns der Kauf mit Transport mehr als fünf Millionen Euro gekostet haben”, sagte Sepe dazu der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Neben den explodierenden Transpostkosten kommen noch die hohen Kosten für Lagerung und Instandhaltung des Fliegers sowie für Gutachten hinzu.
Serengeti-Park hat jährlich 750.000 Besucher
Doch dem Park drohe deshalb nicht das Aus, betonte der Park-Chef auch gegenüber Antenne Niedersachsen: „Der Firma geht es gut.“ Laut Sepe gehe es beim Achterbahn-Projekt für den Serengeti-Park zwar um Millionen, aber „das betrifft nicht die ganze Firma“.
Den Serengeti-Park gibt es bereits seit 1974. Er wird den Betreibern zufolge jährlich von 750.000 Menschen besucht. In dem Park gibt es auf 220 Hektar etwa 1500 exotische Tiere und eine Vergnügungswelt mit über 100 Attraktionen, Fahrgeschäften und verschiedenen Shows. Quellen: Bild, HAZ, Antenne Niedersachsen, Serengeti-Park