Größter Einbruch seit Kriegsbeginn: Russlands Industrie schrumpft

Die russische Wirtschaft steht unter Druck: Der Produktionssektor hat im Dezember 2025 den stärksten Rückgang seit März 2022 verzeichnet. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die russische Industrie sank auf 48,1 Punkte – ein Wert unter 50 signalisiert eine wirtschaftliche Schrumpfung. 

Die Produktion ist mittlerweile seit zehn Monaten rückläufig, und die Geschwindigkeit des Rückgangs hat sich weiter beschleunigt. Laut „Reuters“ führen viele Unternehmen dies auf die sinkende Kaufkraft und die Unsicherheit der Kunden zurück. Auch die Beschäftigung im Produktionssektor ist betroffen: Die Zahl der Arbeitsplätze sank im Dezember weiter.

Steigende Kosten belasten Unternehmen

Ein weiteres Problem für russische Hersteller sind die steigenden Kosten für Rohstoffe und Zulieferungen. Laut „Reuters“ erreichte die Inflation der Produktionskosten im Dezember ihren höchsten Stand seit März 2022. Um diese Belastung auszugleichen, sahen sich viele Unternehmen gezwungen, ihre Verkaufspreise zu erhöhen – trotz der ohnehin schwachen Nachfrage.

Die Unsicherheit in der russischen Wirtschaft spiegelt sich auch in der Stimmung der Unternehmen wider. Laut „Reuters“ ist das Vertrauen in zukünftige Produktionssteigerungen auf den niedrigsten Stand seit Mai 2022 gefallen. Sorgen über die anhaltend schwache Nachfrage und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen belasten die Aussichten der russischen Industrie erheblich.

Russlands Wirtschaftsminister Maxim Reshetnikov warnt: „Das Land steht am Rande einer Rezession.“
Russlands Wirtschaftsminister Maxim Reshetnikov warnt: „Das Land steht am Rande einer Rezession.“ Contributor/Getty Images

Wachstum auf „Budgetamphetaminen“?

Experten warnen vor einem baldigen Einbruch der russischen Wirtschaft. Laut „Business Insider“ sei das Wachstum der vergangenen Jahre durch massive staatliche Ausgaben und Änderungen der Haushaltsregeln künstlich angeheizt worden – eine Entwicklung, die Alexander Kolyandr vom Center for European Policy Analysis als „Wachstum auf Budgetamphetaminen“ bezeichnete.

Die Folgen dieser Politik zeigen sich nun deutlich: Die Inflation ist gestiegen, und die Leitzinsen liegen bei 20 Prozent.