Großbrand auf Bauernhof in der Nähe von Vierkirchen: 19 Kälber tot

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Einsatzkräfte von Feuerwehren aus den Landkreisen Dachau und Freising sowie Polizei, Veterinäramt und THW waren am Samstagabend im Brandeinsatz. © Löwl

Ein tragisches Brandunglück hat am Samstagabend in der Nähe von Vierkirchen zu einem Großeinsatz von Rettungskräften aus den Landkreisen Dachau und Freising geführt.

Vierkirchen – Aus bislang ungeklärter Ursache war auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Milbertshofen ein Stall in Brand geraten. Die Familie, deren Wohnhaus nicht direkt an den Stall anschließt, hatte von dem Feuer zunächst nichts mitbekommen. Erst eine Autofahrerin bemerkte gegen 22 Uhr die Flammen auf dem Anwesen und wählte den Notruf. Zudem verständigte die Frau auch die Bewohner des Nachbaranwesens.

Manfred Huber, Kommandant der Vierkirchner Feuerwehr, war mit seinen Kameraden nur neun Minuten später am Unglücksort. Der rund zehnmal 25 Meter lange und auf drei Seiten offene Kälberstall habe da schon „lichterloh gebrannt“, wie er berichtet.

Neben der Bekämpfung der Flammen sei es in den ersten Minuten des Einsatzes vor allem darum gegangen, möglichst viele der rund 45 Jungtiere aus dem Stall zu retten. „Wir haben alles getan und gekämpft“, sagt Huber. Mit Stricken habe man versucht, die panischen Tiere einzufangen und aus dem Gebäude zu schaffen. Was, zum Glück, in einigen Fällen auch gelang. „26 konnten wir retten“, so Huber. Für 15 aber sei jede Hilfe zu spät gekommen, sie seien in ihren sogenannten Kälberiglos verbrannt. Vier weitere wurden von der ebenfalls verständigten Amtstierärztin eingeschläfert.

Drohne sucht nach weiteren Kälbern

Weil die Gefahr bestand, dass sich einzelne Tiere in ihrer Panik aus dem brennenden Stall befreien konnten und nun desorientiert durch die Gegend irrten, wurde auch eine Feuerwehr-Drohne eingesetzt. Die, mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, überflog das Gebiet, um auf den angrenzenden Wiesen und Feldern nach möglicherweise weiteren Kälbern zu suchen.

Diese Sorge stellte sich laut Kommandant Huber aber zum Glück als unbegründet heraus. So konnten die gut 120 Einsatzkräfte gegen 1.30 Uhr morgens den Nachhauseweg antreten. Vor Ort waren, neben den Kameraden der Feuerwehr Vierkirchen, auch die Wehren von Giebing, Biberbach, Petershausen, Indersorf und Röhrmoos sowie aus dem Landkreis Freising die Feuerwehren aus Fahrenzhausen, Kammerberg und Lauterbach. Das THW war mit zwei Fachberatern im Einsatz.

Und auch die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck war an der Unglücksstelle. Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord dazu berichtet, habe eine „Erstbegehung keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandlegung“ ergeben. Der Schaden aber ist hoch: rund 70 000 Euro. Die Ermittlungen dauern an.

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