Ein zersägter Dachbalken, ein abgetrenntes Kabel und ein versperrter Seeblick - Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann steht vor Gericht.
Starnberg – Am Freitag, 8. Dezember, wurde vor dem Starnberger Amtsgericht der Prozess gegen den ehemaligen Nationaltorhüter Jens Lehmann eröffnet. Es geht um einen kuriosen Nachbarschaftskonflikt. Lehmann, 54 Jahre alt, trat in einem dunklen Anzug mit blauer Krawatte auf. Als der Staatsanwalt begann, die Anklageschrift zu verlesen, schloss er die Augen. Das berichtete die dpa am Freitagmorgen.
Unter Einsatz einer Kettensäge: Lehmann soll Dachbalken zersägt haben
Die Anklagebehörde beschuldigt ihn unter anderem, im vergangenen Sommer einen Dachbalken in der Garage seines Nachbarn mit einer Kettensäge durchtrennt zu haben. Ein langwieriger Nachbarschaftsstreit soll der Tat vorausgegangen sein, so die Staatsanwaltschaft.
Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Lehmanns Sicht auf den See durch die Garage blockiert wurde. Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, das Kabel einer Überwachungskamera abgeschnitten zu haben.
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„Vorwürfe treffen so nicht zu“: Lehmann verteidigt sich vor Gericht
Der Prozess gegen Lehmann, der unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung angeklagt ist, soll an zwei Verhandlungstagen stattfinden. Christoph Rückel, Lehmanns Anwalt, wollte vor Prozessbeginn keine Stellungnahme abgeben. Er kündigte jedoch eine Erklärung zu Beginn der Gerichtsverhandlung an.
„Die gegen mich erhobenen Vorwürfe treffen so nicht zu“, postete Lehmann im Sommer auf Instagram, nachdem die Anklage gegen ihn erhoben worden war. „Der Schaden ist wie immer die enorme Rufschädigung und die Missachtung der Privatsphäre.“ Bis zum Ende des Verfahrens gilt die Unschuldsvermutung.
Lehmann wurde 2006 zum Star-Torhüter der Heim-WM, des „Sommermärchens“, insbesondere durch seine herausragende Leistung im Elfmeterschießen gegen Argentinien im Viertelfinale. Während seiner aktiven Karriere spielte er unter anderem für den FC Schalke 04, Borussia Dortmund und den FC Arsenal in London.
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